Der Tagesspiegel : Kakerlaken plagen Bernau Ein Wohngebiet ist von dem Ungeziefer befallen

Claus-Dieter Steyer

Bernau - Am Rande der unweit der nördlich Berlins gelegenen Kleinstadt Bernau geht die Angst vor einer Kakerlaken- Plage um. Mehrere Bewohner des Ortsteils Giesesplan klagten in den vergangenen Tagen über Schaben in Wohnungen, Lauben und in Vorgärten. Schädlingsbekämpfer haben den Kampf gegen das Ungeziefer aufgenommen, das gesundheitsgefährdende Keime verbreiten kann. Inzwischen ist die Unruhe in dem Viertel so groß, dass die zuständige Kreisverwaltung für Mittwoch zu einer Einwohnerversammlung eingeladen hat.

In einem Gewerbegebiet waren in der vergangenen Woche große Mengen der bis zu 13 Millimeter großen Krabbeltiere aufgetaucht. Sie fühlten sich im Blockheizkraftwerk und in einem Plastik-Recycling-Werk wohl. Eigentlich zeigen sich die Schaben nur nachts, aber auf dem Gewerbegebiet wandern sie nun auch tagsüber durch die Hallen und über die Freiflächen. „Die Tiere können Keime übertragen“, sagt die Bernauer Amtsärztin Beate Schmidt-Grimm. „Deshalb müssen wir eine weitere Ausbreitung möglichst verhindern.“ Rund um das Gewerbegebiet wurde nach der Entdeckung der ersten Schaben ein Schutzwall gezogen. Doch der half offenbar ebenso wenig wie das Versprühen von Gift. Die ersten Wohnhäuser stehen rund 100 Meter von der Grenze des Gewerbegebietes entfernt.

Einige Bewohner haben ihre von Schaben befallenen Häuser bereits verlassen und sind zu Freunden oder Verwandten gezogen. Da für die nächsten Tage warmes und feuchtes Wetter vorausgesagt wurde, befürchten Fachleute ein starkes Wachstum der Population. Bei rund 25 Grad Celsius vermehren sich Kakerlaken am stärksten. Aufschlüsse über das Ausmaß der Plage sollen Fallen bringen, die in den Wohnungen und in der Umgebung aufgestellt worden. Durchschnittlich fanden Einwohner pro Nacht etwa drei Schaben in den weißen Kästen.

Mit der sofort aufgenommenen Schädlingsbekämpfung und frühzeitiger Information der Einwohner soll in Bernau ein zweites Damme verhindert werden. Die niedersächsische Stadt leidet seit einem Jahr unter Kakerlaken. Dort wird die Zahl der Tiere inzwischen auf mehrere Millionen geschätzt.

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