Kampf gegen Al Qaida : USA drohen mit Militäreinsatz in Pakistan

Die Vereinigten Staaten vermuten Osama bin Laden in Pakistan und schließen einen Einsatz der US-Streitkräfte nicht aus. Pakistan reagiert entsetzt und verwahrt sich entschieden dagegen.

WashingtonDie Vereinigten Staaten schließen einen Einsatz der US-Streitkräfte in Pakistan gegen das Terrornetzwerk Al Qaida nicht aus. Die "vorrangige Aufgabe" sei "der Schutz des amerikanischen Volkes", sagte die Anti-Terror-Beauftragte von US-Präsident George W. Bush, Fran Townsend, dem Fernsehsender CNN und bestätigte damit Überlegungen zu einem militärischen Einsatz in Pakistan.


"Wir werden alle unsere Instrumente nationaler Macht einsetzen, um effizient zu sein." Es gelte, "das Problem Osama bin Laden, Aiman el Sawahiri und Al Qaida zu lösen". US-Geheimdienste hatten gestern berichtet, bin Laden sei noch am Leben und verstecke sich im Westen Pakistans an der Grenze zu Afghanistan. "Ich glaube, er ist in der Stammesregion von Pakistan", sagte der Koordinator der US-Geheimdienste, Michael McConnell im amerikanischen Fernsehen.


McConnell machte die pakistanische Regierung dafür verantwortlich, dass sich Al Qaida neu gruppieren konnte. "Anstatt El Kaida herauszudrängen haben sie einen sicheren Rückzugsort für Training und Rekrutierung geschaffen", sagte McConnell. Dennoch bliebe Pakistans Präsident Pervez Musharraf ein wichtiger Verbündeter.


Pakistan verwahrt sich gegen Einsatz


Die pakistanische Regierung wies die Aussagen McConnells entschieden zurück. Osama bin Laden halte sich nicht in Pakistan auf, sagte Innenminister Aftab Sherpao der Nachrichtenagentur AFP in Islamabad. "Wer Informationen (über den Aufenthaltsort) hat, sollte sie an uns weitergeben, damit wir ihn fassen können.", sagte Außenminister Khurshid Kasuri und betonte, die Entschlossenheit Pakistans im Antiterrorkampf könne nicht angezweifelt werden. 

Sein Land habe um den Preis des Verlustes von Menschenleben alles in seinen Kräften Stehende getan. Er hielt den USA vor Augen, dass sein Land im Antiterrorkampf 600 Soldaten verloren und 900 Terroristen ausgeschaltetet habe. Das sei ein Verhältnis von 1 zu 1,5, unterstrich der Minister. Er wisse nicht, wie die Rate beim amerikanischen Einsatz im Irak aussehe.

Pakistan, so betonte der Außenminister weiter, verfüge über eine der größten und bestorganisierten Armeen. "Gebt uns eure geheimdienstlichen Erkenntnisse", appellierte er. Dann würden die pakistanischen Streitkräfte handeln: "Niemand kann es besser als sie."

(mit AFP/dpa)