Kampf um Stoiber-Nachfolge : Ramsauer: Konkurrenz ist "doch normal"

Der Vorsitzende des CSU-Landesgruppe, Peter Ramsauer, hält die drei Kandidaturen um Stoibers Erbe für einen normalen Machtkampf. Er sieht Erwin Huber vorne, während er der Fürther Landrätin Pauli hingegen keine Chancen einräumt, das Zünglein an der Waage zu werden.

Peter Ramsauer
Konkurrenz belegt das Geschäft: Peter Ramsauer, Landesgruppenvorsitzender der CSU. -

BerlinDer Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sieht den Machtkampf in seiner Partei um die Nachfolge von CSU-Chef Edmund Stoiber gelassen. Dass Mitglieder gegeneinander anträten, sei in der Demokratie "doch völlig normal", sagte Ramsauer im ZDF-"Morgenmagazin". Ob sich dabei zwei oder drei Kandidaten um den Vorsitz bewerben würden, spiele keine Rolle.

Mit dem bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundesagrarminister Horst Seehofer habe die CSU zwei Politiker mit "hohem bundespolitischen Respekt", sagte Ramsauer und fügte hinzu: "Die CSU hat ein hervorragendes Reservoir an Führungspersonen." Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli werde im Kampf um den Parteivorsitz nicht das Zünglein an der Waage sein. Die Delegierten des CSU-Parteitages seien zum Teil festgelegt, sagte Ramsauer.

Arbeitnehmerflügel kann auch mit Huber leben

Der Arbeitnehmerflügel der CSU glaubt derweil nicht mehr an einen Sieg seines Vorsitzenden Seehofer. Der stellvertretende Vorsitzende der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft (CSA), Konrad Kobler, sagte im Südwestrundfunk, durch die Kandidatur Paulis sei Seehofers Position "weiter geschwächt", weil sie damit das Lager seiner Anhänger "angezapft" habe. Der Arbeitnehmerflügel könne aber auch mit Seehofers Konkurrenten Huber als Parteichef "gut auskommen". Huber, der von Bayerns designiertem Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU) favorisiert wird, habe schließlich "eine tolle Bilanz vorzuweisen". Der CSA-Vize erwartet vom Führungswechsel in Bayern, dass sich die Union "stärker am sozialen Kompass" ausrichtet.

Die Berliner CSU-Landesgruppe kommt am Nachmittag zu ihrer traditionellen Klausur im oberfränkischen Kloster Banz zusammen. (mit ddp)