Kandidatenkür : Strauss-Kahn soll IWF-Chef werden

Die EU wird den französischen Kandidaten Dominique Strauss-Kahn als neuen Chef des IWF vorschlagen. Der ehemalige Wirtschaftsminister bekam die Unterstützung der EU-Finanzminister. Polen war am Morgen mit einem eigenen Kandidaten nach vorne geprescht.

Strauss-Kahn
Dominique-Strauss-Kahn: der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister könnte als IWF-Chef der Nachfolger von Rodrigo de Rato. -Foto: AFP

Warschau/WashingtonPolen hat den früheren Regierungchef Marek Belka als neuen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagen. Die polnische Regierung werde Belkas Kandidatur beim EU-Finanzministerrat in Brüssel "offiziell unterstützen", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. IWF-Direktor Rodrigo Rato hatte Ende Juni angekündigt, er werde nach der Jahrestagung im Oktober sein Amt vorzeitig niederlegen. Der IWF-Chefposten wird traditionell mit einem Europäer besetzt. Belka hatte von Mai 2004 bis Oktober 2005 eine sozialdemokratische Regierung geführt.

Die Finanzminister der Europäischen Union haben sich für den Franzosen Dominique Strauss-Kahn als neuen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgesprochen. Die 27 EU-Staaten gaben dem ehemaligen Wirtschafts- und Finanzminister am Dienstag in Brüssel ihre Rückendeckung, wie der portugiesische EU-Vorsitz mitteilte. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte den Sozialisten Strauss-Kahn am Wochenende ins Gespräch gebracht. Der bisherige IWF-Direktor Rodrigo Rato scheidet im Oktober vorzeitig aus.

Der IWF erklärte, das Verfahren zur Benennung eines Nachfolgers von Rato solle in einem transparenten Verfahren rechtzeitig abgeschlossen werden. Nach den IWF-Regeln könnten dafür Kandidaten ungeachtet ihrer Nationalität vorgeschlagen werden. Der vor 63 Jahren gegründete IWF ist eine der mächtigsten Finanzinstitutionen der Welt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu fördern. Dazu vergibt der IWF Kredite an Staaten in wirtschaftlicher Not. Im Gegenzug verlangt sie, dass die Empfänger bestimmte Auflagen in ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik erfüllen. (mit dpa)