Kanu : Dittmers olympischer Traum über 500 Meter geplatzt

Nach dem ersten Halbfinal-Aus seiner Karriere muss der dreimalige Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer den Traum von olympischem Gold über 500 Meter begraben. Im verregneten Shunyi-Park kam der 36-Jährige am Donnerstag im Canadier-Einer im Semifinale nur auf den vierten Platz und verpasste somit den Endlauf am Samstag.

Über 1000 Meter bietet sich Dittmer an diesem Freitag aber die Chance, sich bei seiner letzten Olympia-Teilnahme doch noch mit Edelmetall zu verabschieden. Insgesamt hat der Deutsche Kanu-Verband (DKV) in zehn der zwölf Finals Athleten am Start. Das Ziel sind sechs Medaillen, darunter drei goldene - trotz einiger kranker Starter. 

Davon kann der langjährige Medaillengarant Dittmer nun nur noch eine gewinnen. Trotz Schlusssprints war er nicht unter die ersten Drei gekommen. „Ich hätte mir das schon ein bisschen anders vorgestellt. Es ist ein bisschen der Wurm drin, vielleicht kommt Freitag eine Trotzreaktion. Aber ich erwarte keine Wunder, ich kann nicht mit einem Rennen vier Sekunden schneller fahren“, sagte der achtmalige Weltmeister deprimiert. „Seit ich in China den ersten Paddelschlag gemacht habe, quäle ich mich. Insofern kann ich nicht genau sagen, woran es liegt“, sagte Dittmer ein wenig ratlos.

Kratzen im Hals

Der Neubrandenburger war bei der Halbfinal-Niederlage mit „Kratzen im Hals“ unterwegs, und auch bei anderen deutschen Kanuten stellten sich erste Anzeichen von Erkältungen ein. Einen Tag vor den Finals über 1000 Meter sowie dem der Damen im Kajak-Vierer über 500 Meter laborieren einige DKV-Athleten an leichtem Schnupfen. Bundestrainer Reiner Kießler glaubte am Donnerstag während der Halbfinal-Rennen, bei denen sich auch Jonas Ems im Kajak-Einer über 500 Meter aus der Regatta verabschiedete, aber nicht an geschmälerte Medaillenchancen.

Eine Medaille von Dittmer hat am Freitag fast keiner fest auf der Rechnung, aber vielleicht läuft es wie vor vier Jahren. In Athen hatte er das Finale über 1000 Meter gegen den Spanier David Cal verloren, um dann 24 Stunden später nach „ein paar innerlichen Tränen“ über den halben Kilometer mit einer Goldfahrt zurückzuschlagen. „Aber die Situation jetzt ist deutlich schwerer als die in Athen“, sagte Bundestrainer Kießler. (dpa)