Kanzlerin in Budapest : Merkel: "Von Ungarn können wir vieles lernen"

Bundeskanzlerin Merkel weilt zu einem eintägigen Besuch in Ungarn. Die Kanzlerin verteilte viel Lob für die Rolle des Landes in der Europäischen Union. Auch die Kosovofrage war Thema der Gespräche mit führenden Politikern.

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Kanzlerin Merkel und der ungarische Premierminister Gyurcsany -Foto: AFP

BudapestKanzlerin Angela Merkel ist zum Auftakt ihres offiziellen Besuchs in Ungarn mit ihrem ungarischen Amtskollegen Ferenc Gyurcsany zusammengetroffen. Bei der Unterredung ging es auch um die von den Vereinten Nationen verwaltete serbische Provinz Kosovo, sagte die Kanzlerin nach der Begegnung in Budapest. Merkel lobte in diesem Zusammenhang Ungarns Rolle in der EU während der deutschen Ratspräsidentschaft. Ungarn habe durch die geografische Nähe zum Westbalkan Erfahrungen mit der Region. "Von Ungarn können wir vieles lernen", sagte Merkel.

Deutschland wolle Ungarns Erfahrungen nutzen, ergänzte die Kanzlerin. Ungarn habe in der Region ein großes Interesse, "sieht aber auch immer das Anliegen Europas". Europa sollte "immer mit einer Stimme sprechen". Ungarn habe sich dabei stets als zuverlässiger Partner erwiesen, fügte die Bundeskanzlerin hinzu. Gyurcsany betonte, die internationale Gemeinschaft dürfe nicht vergessen, dass auch in Serbien Frieden und Ruhe herrschen sollte.

Zuvor war Merkel mit dem ungarischen Staatspräsidenten László Sólyom zusammengetroffen. Außerdem steht ein Gespräch mit dem ungarischen Oppositionsführer Viktor Orbán auf dem Programm. Zum Abschluss ihrer eintägigen Visite hielt Merkel eine Rede vor Studenten der deutschsprachigen Budapester Andrassy-Universität. Darin hob sie erneut die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit der EU-Staaten untereinander hervor. "Wir dürfen uns nicht gegenseitig blockieren sondern müssen die Kraft zum Kompromiss finden", sagte die Kanzlerin, denn "die Welt wartet nicht auf Europa", zumal aus dem Fernen Osten wirtschaftliche Konkurrenz komme. Europa muss "Kraft sammeln um nach außen zu wirken". Dazu sei ein neuer "Reformvertrag" bis zur nächsten Europawahl 2009 unabdingbar. (mit dpa)