Karlsruhe - Bremen : Sanogo bewahrt Werder vor dem Sturz

Beim Aufsteiger aus Karlsruhe reicht es für Werder nur zu einem Unentschieden. Die Bayern-Verfolger verspielen leichtfertig ihre Chancen. Immerhin verhindern die Hanseaten die vorzeitige Meisterfeier der Münchener.

Ulrike John[dpa]
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Ein Tor erzielt und doch nicht gesiegt: Boubacar Sanogo. -Foto: dpa

KarlsruheWerder Bremen ist auf dem Weg in die Champions League ins Stolpern geraten, aber nicht gefallen. Die Norddeutschen verteidigte mit einem mühsamen 3:3 (2:1) beim Karlsruher SC ihren zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga vor den nun punktgleichen Schalkern. Damit machten die Hanseaten auch eine vorzeitige Meisterschaftsfeier des FC Bayern München noch an diesem Wochenende unmöglich.

Boubacar Sanogo rettete mit seinem Treffer in der 86. Minute Werder noch das Remis gegen den teilweise stark aufspielenden Aufsteiger. Vor 29.470 Zuschauern im ausverkauften Wildparkstadion hatten zuvor Sebastian Freis (15./59.) und Edmond Kapllani (66.) für Karlsruhe getroffen. Diego mit seinem 13. Saisontor (23.) sowie Mesur Özil (29.) mit seinem ersten Erstliga-Treffer jubelten für die Hanseaten. Für Kapllani war der Einschuss nach einer erneut ganz schwachen Vorstellung eine Erlösung: Nach 17 Treffern in der vergangenen Zweitliga-Saison hatte er lange auf sein erstes Bundesliga-Tor warten müssen und galt schon als hoffnungsloser Fall.

Eggimann erwischt einen rabenschwarzen Tag



Im Beisein von Bundestrainer Joachim Löw konnten die Werder- Nationalspieler Per Mertesacker, Tim Borowski und Clemens Fritz nur zeitweise locker aufspielen. Auf eine Beobachtung von Torsten Frings musste der DFB-Chefcoach an seiner alten Wirkungsstätte allerdings verzichten, weil dieser wegen einer Kapselverletzung im Sprunggelenk ausgefallen war. Die Gäste, bei denen auch noch Kapitän Frank Baumann fehlte, erspielten sich in der Anfangsphase gleich eine Reihe von Chancen. Mit diesen gingen allerdings Ivan Klasnic und Sanogo fahrlässig um - und wurden bestraft: Freis nutzte ein Zuspiel von Regisseur Tamas Hajnal zu seinem siebten Saisontor und der überraschenden Führung der Badener.

Gegen die spielstarke Bremer Offensivabteilung geriet die KSC-Abwehr dann aber ins Schwimmen. Die Rückkehr des zuletzt verletzten Maik Franz zahlte sich dabei kaum aus, da Kapitän Mario Eggimann einen rabenschwarzen Tag erwischte. Als Torwart Markus Miller einen Borowski-Schuss nur abwehren konnte, war Diego zur Stelle und glich aus. Ausgerechnet der bis dahin stark haltende Miller ließ dann einen harmlosen Schuss des früheren Schalke-Talents Özil zum 2:1 für Werder passieren. Die Bremer machten jedoch zu wenig aus ihrer ihrer technischen Überlegenheit. So jubelte Freis nach einem herrlichen Solo über sein achtes Saisontor.

Und dann kam jener Moment, den Kapllani die ganze Saison herbeigesehnt hatte: Ein schönes Zuspiel des eingewechselten Alexander Iaschwili stocherte der Angreifer im Fallen an Tim Wiese vorbei ins Tor und war nicht mehr zu halten: Dafür, dass er sein Trikot auszog, erhielt er Gelb. Sanogo gelang dann aber noch der verdiente Ausgleich für die teilweise zu lässig auftretenden Bremer.