Kartellstrafe : Vebraucherabzocke bei Reißverschlüssen und Nieten

Deutsche Verbraucher haben über Jahre hinweg zu viel für Reißverschlüsse, Nieten und Druckknöpfe in Kleidung und Schuhen bezahlt. Wegen illegaler Preisabsprachen verhängte die EU-Kommission Bußgelder von insgesamt 328,6 Millionen Euro gegen international tätige Kurzwarenfirmen sowie einen deutschen Fachverband.

BrüsselDie höchste Strafe trifft mit gut 150 Millionen Euro den japanischen Reißverschluss-Hersteller YKK. Der Wuppertaler Knopfhersteller Berning & Söhne muss 1,1 Millionen Euro zahlen, der Fachverband Verbindungs- und Befestigungstechnik (VBT) mit Sitz in Ratingen kam mit vergleichsweise geringen 1000 Euro davon.

Insgesamt deckten die Brüsseler Wettbewerbshüter vier Kurzwaren-Kartelle auf, deren Machenschaften von 1977 bis mindestens 2003 reichten. Die Preisabsprachen mit deutscher Beteiligung erfolgten von 1991 bis mindestens 2001. Die Unternehmen hätten zum Schaden der Verbraucher widerrechtlich Preiserhöhungen abgesprochen, Mindestpreise festgelegt und Kunden und Märkte untereinander aufgeteilt, erklärte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. (mit AFP)