Der Tagesspiegel : Kein Orden fürs Ehrenamt

thm

Hat der bekennende Preuße Manfred Stolpe etwa seinen Plan aufgegeben, den Roten-Adler-Orden wieder einführen? "Nein, das Thema ist nicht zu den Akten gelegt", sagt Brandenburgs Regierungschef. Auf die Frage nach dem seit Jahren diskutierten Landesorden hatte er offenbar schon gewartet, als er gemeinsam mit Sozialminister Alwin Ziel auf einer Pressekonferenz beredt das wachsende ehrenamtliche Engagement im Lande preist: Wie sich tausende fleißige Märker in Sozial- und Kulturvereinen, Freiwilligen Feuerwehren tagein und tagaus verdient machen. Jeder dritte Brandenburger, so Ziel, engagiere sich so. Damit sei inzwischen "Westniveau erreicht".

Ja, und wann kommt er nun, der Landesorden? "Man muss nichts überstürzen", wehrt Stolpe ab. Die bisherige Praxis, Brandenburger mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnen zu lassen, habe sich durchaus bewehrt. Und es müsse noch sorgfältig geprüft werden, ob die Auszeichnung eine "Streuware" oder ein Orden für "ganz besonders" verdiente Persönlichkeiten würde. Dabei liegt, wie er bestätigt, längst ein fertiger Entwurf in der Schublade: "Er wird wohlbehütet und gelegentlich betrachtet." Auch im Innenministerium rätselt man darüber, worauf Stolpe noch wartet. "Jörg Schönbohm würde es definitiv begrüßen, wenn herausragende Brandenburger mit einem Landesorden geehrt werden können." Alwin Ziel hielt sich diesmal auffällig zurück. Der Sozialminister, im Januar 2001 zum gleichen Thema: "In Bayern würde nicht so lange gefackelt: Da wäre der Landesorden längst da." Brandenburg ist eben nicht Bayern.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben