Der Tagesspiegel : Keine Angst vor sozialistischen Wärmestuben

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Berlin - Er hat natürlich genau gewusst, wie sein Wort ankommen würde: Als CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky kurz vor der Fusionsabstimmung 1996 in einer Debatte im Abgeordnetenhaus über die Vorteile der Ländervereinigung sprach, da drohte er auch, man werde „mit dem eisernen Besen in mancher sozialistischen Wärmestube“ fegen. Die Empörung bei den Postsozialisten der PDS in Berlin wie in Potsdam war einkalkuliert. Aber Landowsky ist sich sicher, dass auch die eigenen Leute ihn damals richtig verstanden haben. Denn viele bürgerliche West-Berliner mochten den Sinn der Fusion einsehen – vom Gefühl her mussten sie dennoch dafür gewonnen werden. Und zwar trotz der möglichen strukturellen Mehrheit der linken Parteien im gemeinsamen Bundesland. „Ich habe die Gefühle der Menschen aufgenommen und sie dennoch aufgefordert, aus Vernunftsgründen für die Fusion zu stimmen“, sagt Landowsky heute. Und erinnert daran, dass die Zustimmungsraten damals nirgendwo so hoch waren wie in den bürgerlichen Bezirken Berlins – bei genau denen, die er ansprechen wollte. Heute aber, sagt Landowsky, passe ein Begriff wie der von den „sozialistischen Wärmestuben“ nicht mehr in die politische Landschaft. Denn Brandenburg habe sich gut und demokratisch entwickelt. wvb.

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