Der Tagesspiegel : Keine Chance mehr für Möbel Tegeler

Insolvenzverfahren blieb erfolglos 250 Beschäftigte verlieren den Job

-

Trebbin. Alles Verhandeln hat letztlich nicht geholfen: Möbel Tegeler in Trebbin muss den Geschäftsbetrieb einstellen. Dies bestätigte Insolvenzverwalter Ulrich Wenzel. Die Filiale an der Neuköllner Grenzallee in Berlin ist schon geschlossen, sagte Betriebsratsvorsitzende Gudrun Musielak in Trebbin. Betroffen sind rund 250 Mitarbeiter, Zweidrittel davon sind noch im brandenburgischen Trebbin beschäftigt. Der Räumungsverkauf läuft dort voraussichtlich bis Ende Juni.

„Die Bemühungen sind leider fehlgeschlagen“, teilte Insolvenzverwalter Wenzel am gestrigen Dienstag mit. Viele ehemalige Kunden seien durch die Medienberichte über das Insolvenzverfahren stark verunsichert worden. Selbst „die zurückhaltend geplanten Neuumsätze“ hätten daher nicht erreicht werden können, sagte Ulrich Wenzel. Die Mitarbeiter hätten sich zwar sehr stark für das Unternehmen engagiert und auch die Verhandlungen seien intensiv geführt worden. Aber letztlich habe man die Banken nicht davon überzeugen können, dass das Unternehmen rentabel weitergeführt werden könne.

„Dabei sah es zwischendurch recht gut aus und wir hatten Hoffnungen“, sagte Betriebsratschefin Gudrun Musielak. Doch letztlich sei dem Betriebsrat in einer Anhörung mitgeteilt worden, dass es keine Hoffnung mehr gäbe. Vor etwa drei Wochen seien die Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung geladen worden. Gudrun Musielak: „Wir sind nun mit den Verhandlungen zum Sozialplan und zum Interessenausgleich beschäftigt.“ Ob die 250 Mitarbeiter aber tatsächlich zumindest mit einem finanziellen Polster in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, stünde noch nicht fest. In so einem Verfahren würden die Ansprüche der Gläubiger sicher zuerst befriedigt. „Viele unserer Mitarbeiter sind älter als 45 Jahre und haben vielfach schon seit der Gründung der Firma vor 21 Jahren dort gearbeitet“, sagte Frau Musielak. Zumindest drei Kollegen konnten nun schon anderwärtig untergebracht werden – die Möbelhäuser hatten sich zuletzt wegen Personals direkt an Tegeler gewandt. kög

0 Kommentare

Neuester Kommentar