Der Tagesspiegel : Keine Visa für Künstler aus Ghana

Sandra Dassler

Brand - Am kommenden Wochenende findet in Lübbenau, Burg und im Tropical Islands bei Brand die 6. Internationale Folklorelawine statt. Neben 16 Ensembles aus 15 verschiedenen Ländern sollte dabei auch die Tanzgruppe „SOGO African Traditional Music & Dance LTD“ aus Ghana auftreten. Jetzt gaben die Veranstalter bekannt, dass zehn der zwanzig Künstler kein Visum für die Einreise nach Deutschland bekommen haben. Der Landrat des Spree-Neiße-Kreises, Dieter Friese (SPD), sagte dem Tagesspiegel: „Wir haben alles versucht. Ich habe mit der Staatskanzlei in Potsdam gesprochen und auch mit der Deutschen Botschaft in Ghanas Hauptstadt Accra. Dort hat man mir gesagt, dass man bei den zehn abgelehnten Personen nicht sicher sein könne, ob sie Deutschland wieder verlassen würden.“ Friese verweist darauf, dass die Folkloregruppe schon erfolgreich in anderen westlichen Ländern aufgetreten sei. Er sieht in der verweigerten Einreiseerlaubnis die Bemühungen vieler Menschen um Toleranz und weniger Rassismus im Land konterkariert (siehe nebenstehendes Interview).

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts sagte hingegen auf Tagesspiegel-Nachfrage, es sei nicht ungewöhnlich, dass Menschen versuchten, als Künstler getarnt, nach Deutschland zu gelangen. Gerade aus Ghana gäbe es viele Anträge auf Asyl. Deshalb müsse bei jedem Antragsteller die Rückkehrabsicht und die Verwurzelung im Heimatland geprüft werden. Zum konkreten Fall konnte der Sprecher gestern keine Angaben machen.

Die Folkloreband aus Ghana wird nun beim Festival fehlen, sagt Landrat Friese: „Ein Visum haben zwar neun Trommler bekommen, aber leider nur ein Tänzer.“

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