Kino : Norddeutsche Kreativität

In rosa Gummistiefeln, mit Rock'n' Roll und typisch norddeutschem Humor will der "Deichking" die Kino-Leinwand erobern. Mit dabei sind Fettes Brot als "dicke Brötchen" und Bela B. als Pastor.

Fettes Brot
Fettes Brot.Foto: ddp

Hamburg/ElmshornIn rosa Gummistiefeln, mit Rock'n' Roll und typisch norddeutschem Humor will der "Deichking" die Kino- Leinwand erobern. Ein Filmprojekt aus einem Hamburger Vorort, das ausschließlich mit 60.000 Euro Sponsorengeldern, aber dafür mit viel Lokalkolorit realisiert wurde, sucht seinen Weg in die Kinos. "Noch haben wir keinen Verleih", sagte Initiator Michael Söth. Dabei war die erste Vorführung vor großem Kinopublikum nahezu ausverkauft. Die HipHop-Band Fettes Brot ist bei dem "heiteren Film" - so der Untertitel - ebenso mit von der Partie wie die Musiker Bela B. von den Ärzten und Lotto King Karl.

Im Mittelpunkt der Komödie aber steht Landwirt Fiete Hansen, der lange vergeblich den Weg aus seinem ländlichen Alltag sucht, bis der Rock'n'Roll für ihn zum Sinnbild für die große weite Welt wird. Den "Deichking" verkörpert John Barron, der seit Jahren als Elvis- Interpret durch Deutschland tourt. Aus Fettes Brot werden "Die dicken Brötchen", aus Bela B. der Pastor Tietje und aus Lotto King Karl in Anglerlatzhose und Tarnparka ein fieser Nebenbuhler um die Gunst von Fietes großer Liebe. "Der "Deichking" bringt die Dinge des Lebens in einer witzigen und einfach norddeutschen Art auf den Punkt", meinte Söth, der sonst Industriefilme "mit wenig Raum für Kreativität" produziert.

Norddeutsche Mentalität liebevoll aufs Korn genommen

Der neue Film erzählt von Elvis, Rock'n'Roll, Liebe, unerfüllten Wünschen und Sehnsüchten und nimmt die norddeutsche Mentalität liebevoll aufs Korn, wie die Filmemacher betonen. Söth: "Jeder Mensch denkt über den Sinn des Lebens nach und ob es da nicht noch mehr gibt als den Alltagstrott, genauso ist es bei Fiete Hansen. Er will nicht immer nur den Pinsel schwingen, sondern träumt mit dem Rock'n'Roll von der weiten Welt." Mit dem "Deichking" gibt Söth auch eigenen Sehnsüchten nach: "Einen richtigen Spielfilm zu machen, war schon immer mein Traum." (mit dpa)