Der Tagesspiegel : Kirchenstörer Roy ging auf Kunstwerke los

Bezirk stellte Anzeige gegen den stadtbekannten Querulanten

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Der stadtbekannte Kirchenstörer Andreas Roy hat gestern Nachmittag etwa ein Dutzend Kunstwerke in der Ausstellung „When love turns to poison“ (Wenn Liebe zu Gift wird) im Bezirksamt Kreuzberg beschädigt. Roy wurde von einem Besucher festgehalten, die Polizei ließ den Querulanten anschließend wieder laufen, da Sachbeschädigung keinen Haftbefehl rechtfertigt. Während Roy die Fotos und Bilder im Kunsthaus Bethanien am Mariannenplatz von der Wand riss, brüllte er „Jesus will das nicht“.

Die am 20. März eröffnete Ausstellung setzt sich künstlerisch mit dem Thema Pädophilie auseinander. Kreuzbergs Bürgermeisterin Cornelia Reinauer kündigte an, dass die Ausstellung möglichst schon am Freitag wiedereröffnet werden soll. „Ich bin erschüttert.“Keinesfalls werde man die Schau jetzt schließen, kündigte die PDS-Politikerin an. Reinauer sagte, dass sie Strafanzeige gegen Roy gestellt habe. Die Proteste und Bedenken des Kinderschutzbundes und des Mädchenhilfevereins Wildwasser gegen die Ausstellung nehme sie dagegen ernst. Zufälliger Zeuge von Roys Aktion war der Berliner Anwalt Hanns-Ekkehard Plöger, der bereits am Vortag wegen der Ausstellung Anzeige gegen die Bezirksbürgermeisterin gestellt hatte. Am Mittwochnachmittag wollte sich Plöger einige der Kunstwerke ansehen, um sie auf ihre strafrechtliche Relevanz zu prüfen. Plöger bemängelte, dass in der Ausstellung die Fotos und Bilder nicht erklärt werden. Vor der bis 9. Mai geöffneten Schau hat das Bezirksamt eine Warnung aufgehängt: „Wir möchten Sie aufmerksam machen, dass Exponate zu sehen sind, an denen sie eventuell Anstoß nehmen können.“

Der 44-jährige Roy ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Störungen von Gottesdiensten aufgefallen, er störte aber auch Bundestagsdebatten und Trauerfeiern. Er wettert dabei vor allem gegen Homosexualität und gegen die evangelische und katholische Kirche. Roy hatte zuletzt im Februar vor Gericht gestanden. Offen sind derzeit mindestens zwei weitere Verfahren. Ha

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