Kita-Streik : Eltern stehen mit ihren Kindern vor verschlossenen Türen

In vielen Bundesländern mussten sich Eltern wegen des begonnenen Streiks entweder selbst um ihre Kinder kümmern oder privat eine Betreuung organisieren.

Köln/BerlinNach Angaben der Gewerkschaft ver.di legten 11.000 Erzieher unbefristet die Arbeit nieder. In Nordrhein-Westfalen blieben in 26 Städten kommunale Kitas geschlossen. In Bremen und Bremerhaven waren rund 60 Kindertagesstätten von den unbefristeten Arbeitsniederlegungen betroffen. Auch in mehreren Städten in Baden- Württemberg blieben Kitas zu. Allein in Ulm waren 20 von 22 Einrichtungen betroffen.

In Rheinland-Pfalz begannen Streiks in Ludwigshafen und Mainz. Ver.di erwartet, dass sich in beiden Städten knapp 1000 Erzieherinnen an der Aktion beteiligen. In Mainz soll Eltern eine begrenzte Anzahl von Notdienst-Plätzen angeboten werden. Schwerpunkt in Schleswig-Holstein ist die Landeshauptstadt Kiel.

Zusammen mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will ver.di einen tarifvertraglich geregelten Gesundheitsschutz für 220.000 Erzieher und Sozialarbeiter bei den Kommunen durchsetzen. In mehreren Städten sind Protestveranstaltungen geplant. In Köln wird ver.di-Chef Frank Bsirske erwartet.

Die Arbeitgeber werfen den Arbeitnehmervertretern vor, es gehe ihnen gar nicht um Gesundheitsschutz, sondern um bessere Bezahlung. Ver.di- Bundesvorstand Achim Meerkamp sagte im Morgenmagazin der ARD, seine Gewerkschaft sei auf eine längere Auseinandersetzung eingestellt. Der Verband der kommunalen Arbeitgeber (VKA) will am 27. Mai zu der Forderung nach einem separaten Gesundheitstarifvertrag Stellung beziehen. (cl/dpa/Ruters)