Klarstellung : "FAZ": Keine Beeinflussung durch Arp-Verein

Kann ein Kulturverein durch eine Klageandrohung die mächtige "Frankfurter Allgemeine" in ihrer Berichterstattung beeinflussen? Entsprechende Meldungen im Rahmen der Eröffnung des Arp-Museums weist die Zeitung nun zurück.

Arp-Museum Rolandseck
Sind die Skulpturen wirklich von Hans Arp? Medienberichte, die diese Frage stellten, versuchte der Trägerverein des nun eröffneten...Foto:dpa

Frankfurt/MainIn ihrem Feuilleton widerspricht die "FAZ" heute der unter anderem über Agenturen verbreiteten Darstellung, der Trägerverein des Museums habe Ende der 90er Jahre unter Klageandrohung eine kritische Berichterstattung der Zeitung über den künstlerischen Wert seiner Sammlung "erfolgreich verhindert".

Richtig sei, dass der Vorsitzende des Vereins, Dieter G. Lange, der Zeitung im Oktober 1998 unter dem Briefkopf einer Londoner Anwaltskanzlei rechtliche Schritte gegen ihre Berichterstattung angekündigt und ein Gespräch zur außengerichtlichen Verständigung angeboten habe. Bei dem Gespräch im November 1998 habe Lange ein Gutachten zugesagt, ob die vom Verein nach dem Tod von Hans Arp hergestellten Skulpturen-Güsse echt sind. Dieses Gutachten habe die Redaktion nie erhalten. In den Folgejahren habe die Zeitung ihre kritische Berichterstattung über den Arp-Verein und seinen Umgang mit den Plastiken fortgesetzt.

In den vergangenen Tagen hatte eine mögliche finanzielle Beteiligung der rheinland-pfälzischen Landesregierung an den juristischen Schritten des Arp-Vereins für Wirbel gesorgt. Die CDU-Opposition hatte den Verdacht geäußert, Steuergelder seien dazu verwendet worden, um Kritiker der Arp-Sammlung mundtot zu machen. (mit ddp)