Der Tagesspiegel : Kleiner Dennis heimlich beigesetzt

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Cottbus – Heimlich ist die Urne mit den sterblichen Überresten des sechsjährigen Dennis gestern auf einem Cottbuser Friedhof beigesetzt worden. Der im Dezember 2001 verstorbene Junge war vor einigen Wochen in der Tiefkühltruhe seiner Eltern entdeckt worden (der Tagesspiegel berichtete). Die 43jährige Mutter und ihr 37-jähriger Ehemann stehen im Verdacht, Dennis so vernachlässigt zu haben, dass er starb. Sie müssen mit einer Haftstrafe rechnen, befinden sich aber derzeit auf freiem Fuß, da der Richter weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr sah. Wegen des starken Medieninteresses halten sie sich an einem unbekannten Ort auf.

Die Beisetzung, an die Eltern und drei ältere Brüder von Dennis teilnahmen, hatte bereits am Mittwoch stattfinden sollen – mit einigen vom Anwalt der Eltern, Hans J. Kelleners ausgewählten Journalisten. Kelleners hatte das Begräbnis aber abgeblasen, weil „wie erwartet zahlreiche weitere Medienvertreter“ erschienen. Der Anwalt verwahrte sich gestern gegen Vorwürfe, er wolle den Fall „vermarkten“.

Der Cottbuser Bürgermeister Ferdinand Schwarz äußerte sich bestürzt über die Umstände der Beisetzung: „Der kleine Junge, der in seinem kurzen Leben schon erhebliche seelische und körperliche Schmerzen erleiden musste, hatte ein würdiges Begräbnis verdient.“ Das Grab von Dennis soll anonym bleiben. das/dpa

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