Klima : Eisforschungssatellit Cryosat 2 gestartet

Eine russische Trägerrakete hat den europäischen Klimasatelliten Cryosat 2 ins All gebracht, der Aufschluss über das Abschmelzen des Eises durch die Erderwärmung geben soll.

Letzte Vorbereitungen zum Start des Forschungssatelliten Cryosat
In die Luft gegangen. Der Start des Satelliten Cryosat 2 verlief erfolgreich. -Foto: ddp

Der europäische Eisforschungssatellit „Cryosat 2“ ist am Donnerstag im zweiten Anlauf gestartet worden. Der Raumflugkörper wurde um 15.57 Uhr deutscher Zeit mit einer „Dnjepr“-Konversionsrakete vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan auf seine polare Umlaufbahn in 720 Kilometern Höhe geschossen, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit. Ein erster Startversuch musste wegen eines technischen Problems abgesagt werden.

„Cryosat 2“, dessen Name auf das griechische Wort „kryos“ - Kälte oder Frost - zurückgeht, ist mit einem Allwetter-Doppelradar ausgestattet. Das Instrument kann Veränderungen in der Mächtigkeit und Ausdehnung der Eismassen an den Polen, auf den Meeren und bei den Gletschern mit einer Genauigkeit von einem Zentimeter ermitteln. Die Daten liefern der Wissenschaft wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Eismassen auf unserem Planeten. Dadurch kann deren Bedeutung für den Klimawandel und die Schwankungen des Meeresspiegels besser eingeschätzt werden.

Auch der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze, betonte die Wichtigkeit der „Cryosat 2“-Daten. „Sie sind entscheidend für das Verständnis des Klimasystems unserer Erde und damit für die Maßnahmen, die wir zum weltweiten Klimaschutz ergreifen müssen“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Mit Blick auf die Beteiligung deutscher Industrie und Wissenschaftler nannte er „Cryosat 2“ einen „hervorragenden Beweis für die deutsche Raumfahrtkompetenz“.

„Cryosat 2“ wird vom Europäischen Satellitenkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt gesteuert. Er ist die dritte „Earth Explorer“-Mission im ESA-Erderkundungsprogramm „Living Planet“. Eigentlich sollte „Cryosat 1“ das Programm einleiten. Durch Versagen der russischen Trägerakete versank er aber im Oktober 2005 im Nordpolarmeer. Der Satellit, der unter Führung von Astrium, einer Tochter des europäischen Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzerns EADS, in Friedrichshafen gebaut wurde, ist für eine Lebensdauer von dreieinhalb Jahren ausgelegt. (ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben