Klimagipfel : Sarkozy nimmt China und Indien in die Pflicht

Der französische Präsident fordert am Rande der Pariser Klimakonferenz die Pflichten von Schwellenländern wie China und Indien ein. Aber auch die USA, die sich weiter dem Kyoto-Protokoll verweigern, sollen sich von seiner Kritik angesprochen fühlen.

Sarkozy
Nicolas Sarkozy beim Klimagipfel in Paris. -Foto: dpa

ParisIm Kampf gegen den Klimawandel hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy mehr Anstrengungen von Schwellenländern bei der Verringerung von Treibhausgasen gefordert. Große aufstrebende Länder wie China oder Indien könnten "sich nicht von ihren Verpflichtungen befreien", sagte Sarkozy am Freitag bei einer Klimakonferenz der 16 größten Industrie- und Schwellenländer in Paris. Sie sind für 80 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich. Große Wirtschaftsmächte aber hätten "Rechte und Pflichten". Dies sei nicht verhandelbar.
  
Das gelte aber auch für die USA, die sich als einziges Industrieland bisher weigern, die Beschränkungen von Treibhausgasen nach dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen. Die Vereinigten Staaten müssten sich deshalb "Ziele setzen", um ihren Schadstoffausstoß zu verringern, sagte Sarkozy. "Wenn man keine Ziele hat, ist sicher, dass man sie auch nicht erreichen wird." Andere große Industriestaaten rief er auf, beim Klimaschutz "alle noch so legitimen defensiven Positionen aufzugeben", um "eine Katastrophe" zu vermeiden. "Es muss jetzt gehandelt werden", sagte Sarkozy. US-Präsident George W. Bush hatte am Mittwoch verlangt, die Zunahme des Treibhausgas-Ausstoßes der USA erst ab dem Jahr 2025 zu stoppen. Dies war international auf Kritik gestoßen.

"Wir haben nur gemeinsam Erfolg"

"Wir haben nur Erfolg, wenn wir uns gemeinsam für Zusammenarbeit und die Suche nach gerechten Lösungen engagieren", sagte Sarkozy. Das gelte auch für die "schwere Ernährungskrise". Sie habe bereits 37 Staaten erfasst und verlange "Sofortmaßnahmen" und eine "ehrgeizige Strategie der Hilfe für die Landwirtschaft". Sarkozy schlug eine "weltweite Partnerschaft für Ernährung und Landwirtschaft" vor und versprach, die französische Lebensmittelhilfe 2008 auf 60 Millionen Euro verdoppeln. Die Hilfen sollten zudem besser zwischen Staaten, privaten und supranationalen Institutionen abgestimmt werden.
  
In Paris findet seit Donnerstag das dritte "Treffen der größten Volkswirtschaften" (Major Economies Meeting - MEM) statt. Teilnehmer sind die G-8-Staaten sowie große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien. (mpr/AFP/dpa)