Klimakonferenz : Ban drängt Weltgemeinschaft zum Handeln

UN-Generalsekretär Ban hat zur Eröffnung des Klimagipfels in New York zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Für Aufsehen sorgte wieder einmal Frankreichs Präsident Sarkozy, der den CO2-Ausstoß bis 2050 um die Hälfte reduzieren will.

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"Keine Nation kann das Problem alleine anpacken": Ban Ki Moon bei der Eröffnung des Klimakonferenz. -Foto: AFP

New YorkBei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Weltgemeinschaft eindringlich zum gemeinsamen Kampf gegen die Erderwärmung aufgerufen. "Wenn wir nicht handeln, werden die Folgen verheerend sein", sagte Ban vor Spitzenpolitikern aus 150 Ländern. Die Wissenschaft habe die Gefahren der Erderwärmung klar genug belegt. "Die beispiellose Herausforderung durch den Klimawandel verlangt ein beispielloses Handeln. Und eine beispiellose Führerschaft", rief Ban den Teilnehmern zu.

Für den Nachmittag wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel bei dem Treffen erwartet. Sie wollte ebenfalls für weltweite Anstrengungen im Klimaschutz werben. Am Rande der Konferenz standen zahlreiche bilaterale Gespräche auf dem Programm, in denen es auch um die Reform der UN und die internationalen Krisenherde gehen sollte.

Sarkozy: Werden jedem Land bei der Atomkraft helfen

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy forderte mit Blick auf die Kyoto-Nachfolgekonferenz im Dezember in Bali klare Ziele für den Abbau der Treibhausgase. "Die Vorgabe von minus 50 Prozent bis zum Jahr 2050 muss absolute Priorität haben, um eine Weltkatastrophe zu vermeiden", sagte er. Die industrialisierten Länder hätten in diesem Prozess eine besondere Verantwortung. Frankreich sei bereit, seine Pflichten voll zu erfüllen. Zudem werde es jedem Land Hilfe anbieten, das zur Abdeckung seines Energiebedarfs auf Atomkraft setze.

Ban machte vor allem mit Blick auf die USA deutlich, dass der Klimaschutz unter dem Dach der Vereinten Nationen betrieben werden sollte. "Keine Nation kann das Problem allein anpacken", sagte er. "Das ist genau die Art von globaler Herausforderung, für die die Vereinten Nationen am besten geeignet sind." Kritiker fürchten, dass die USA durch Alleingänge eine Festlegung auf konkrete, verbindliche Klimaschutzziele umgehen wollen. US-Präsident George W. Bush hat für das Ende der Woche zu einer eigenen Klimakonferenz geladen. Nach New York war er nicht gekommen. An seiner Stelle sollte Außenministerin Condoleezza Rice sprechen.
 
Schwarzenegger: "Handeln, Handeln, Handeln"

Als erster Redner der Konferenz hob der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen einer "grünen" Politik hervor. In Kalifornien seien allein in diesem Jahr mehr als 1,1 Milliarden Dollar (rund 800 Mio Euro) in saubere Technologien investiert worden. Er gehe davon aus, dass dieser Betrag innerhalb der nächsten zehn Jahre um jährlich 20 bis 30 Prozent steige. "Reiche und arme Länder haben unterschiedliche Verpflichtungen. Aber eine Verpflichtung haben wir alle gemeinsam: Handeln, Handeln, Handeln", sagte er.

Ban, der den Klimaschutz zu einem seiner Top-Anliegen erklärt hat, wollte mit der Konferenz ein klares Signal für die Verhandlungen in Bali setzen. Insgesamt nahmen 80 Staats- und Regierungschefs sowie Spitzenpolitiker aus weiteren 70 Ländern an dem eintägigen Treffen teil. (mit dpa)