Klimakongress in Berlin : Steinmeier warnt vor "Kaltem Krieg" am Nordpol

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat vor ernst zu nehmenden Konflikten am Nordpol durch den Klimawandel gewarnt. Unter anderem erhebt Russland Anspruch auf die dortigen Energievorkommen.

Berlin "Wir haben einen Kalten Krieg am Nordpol zu vermeiden", sagte Steinmeier beim zweiten Klimakongress des Energieversorgers EnBW in Berlin. Über die Ansprüche von Anrainerländern dürfe nur unter Beachtung des internationalen Rechts entschieden werden. Ein russisches U-Boot hatte Anfang August unter dem Nordpol eine russische Flagge gesetzt und damit indirekt Ansprüche auf die dortigen Energievorkommen geltend gemacht. Er warnte vor der Bildung von Fronten bei dem geplanten Nachfolge-Abkommen des Kyoto-Protokolls zur Senkung der Treibhausgase.

Der SPD-Politiker kritisierte die deutschen Energiekonzerne. Das Verhalten der Unternehmen habe die Suche nach einer gemeinsamen Lösung für mehr Wettbewerb in Europa "nicht immer erleichtert", sagte Steinmeier. Das "zur Schau gestellte Selbstbewusstsein" verbessere den Erfolg gemeinsamer Bemühungen in Brüssel nicht unbedingt. Er forderte mehr Disziplin und gegenseitiges Vertrauen. Mehrere Energiekonzerne hatten Strompreiserhöhungen angekündigt. Steinmeier äußerte sich skeptisch über die Forderung der EU-Kommission nach Zerschlagung der Stromkonzerne in Europa. (mit dpa)