Klimaschutzpaket : BDI will Zahlen

Da es bisher keine genauen Angaben über die Kosten des Klimaschutzpaketes der Bundesregierung gibt, will der BDI diese jetzt genau ausrechnen lassen. Die Laufzeiten für Atomkraftwerke sollen nach dem Willen des BDI verlängert werden.

Thumann
Will Klarheit. BDI-Präsident Jürgen Thumann. -Foto: dpa

BerlinDie deutsche Industrie will die Kosten des 29-Punkte-Klimaschutzpakets der Bundesregierung einzeln berechnen lassen. "Bisher liegen überhaupt keine Zahlen vor", bemängelte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), JürgenThumann, in der Wochenzeitung "Die Zeit". Deshalb solle die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie bis Ende September "Preisschilder an die einzelnen Klimaschutzmaßnahmen heften".

Auf Basis dieser Analyse werde die Industrie "mit der Regierung jetzt einen Dialog über Kosten und Nutzen von einzelnen Maßnahmen beginnen. Wir sehen dann, wo es die größten Potenziale gibt und was es kostet, diese zu heben." Das Bundeswirtschaftsministerium hatte kürzlich noch vor der Entscheidung des Bundeskabinetts über das Klimaschutzpaket in einem Papier das Volumen aller nötigen Investitionen und sonstigen Kosten auf rund 70 Milliarden Euro beziffert. Diese Aufstellung war von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) als "Horrorgemälde" und unrealistisch zurückgewiesen worden, zumal Milliarden-Einsparungen darin unberücksichtigt blieben.

Thumann warnte zugleich davor, aus der Kernenergie auszusteigen. Dann würde Deutschland 150 Millionen Tonnen Kohlendioxid mehr in die Luft blasen. "Wir sollten unsere Kernkraftwerke mit höchster Sicherheit länger laufen lassen und beschließen, um zehn Jahre zu verlängern. Damit gewinnen wir Zeit, um alternative Technologien zu entwickeln", regte der BDI-Vorsitzende an. (mit dpa)