Klimawandel : UN-Forscher fordern Taten

In Valencia tagt der UN-Klimarat um eine wissenschaftliche Grundlage für den kommenden Klimagipfel auf Bali vorzubereiten. Die Ergebnisse sind aufrüttelnd. Arme Länder sind durch die klimatischen Veränderungen besonders betroffen.

ValenciaMit einem Aufruf zum Kampf gegen die Erwärmung der Atmosphäre ist eine wegweisende Sitzung des UN-Klimarats in Valencia eröffnet worden. Klimaforscher und Regierungsdelegationen aus 130 Ländern wollen auf der sechstägigen Konferenz in der ostspanischen Hafenstadt eine Zusammenfassung des aktuellen UN-Klimaberichts verfassen. Dieser etwa zehnseitige Synthesereport soll der UN-Klimakonferenz in Bali im Dezember als wissenschaftliche Grundlage für die Entscheidungen im Kampf gegen die Klimaerwärmung dienen.

Deren Folgen würden in größeren oder geringeren Ausmaßen in allen Ländern der Welt spürbar werden, sagte der Geschäftsführer des UN-Sekretariats zum Klimawandel (UNFCCC), Yvo de Boer, bei der Eröffnung. Es wäre eine "kriminelle Verantwortungslosigkeit", nicht dagegen vorzugehen. Das UNFCCC richtet die Klimakonferenz auf Bali aus.

Spaniens Vize-Regierungschefin María Teresa Fernández de la Vega wies darauf hin, dass der Klimawandel eine "Kluft der Ungleichheit" aufgerissen habe. "Arme Länder, die nur wenig zur Belastung der Atmosphäre beitragen, werden die Folgen des Klimawandels härter zu spüren bekommen als die reichen Staaten."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon reist am Samstag an

Auf dem Treffen stimmen die Forscher ihre Formulierungen mit den politischen Delegationen ab. Zur Präsentation des Resultats am Samstag wird auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erwartet. Die drei Teile des 2007 präsentierten Berichts des UN-Klimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) stellen die Verantwortung des Menschen für den Klimawandel so deutlich wie nie zuvor heraus.

Die Konferenz ist die erste Tagung, seit der IPCC zusammen mit dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und damit moralisch gestärkt wurde. Die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt.

Protestaktion von Greenpaece

Der Direktor des Klimaprogramms der Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature), Hans Verolme, verlangte eine Verringerung der Treibhausgase: "Die Regierungen sollten dem wissenschaftlichen Rat des IPCC folgen und die nötigen Emissionseinsparungen auf dem Klimagipfel in Bali beschließen, um das Leben auf der Erde zu schützen."

Kletterer der Umweltorganisation Greenpeace enthüllten zu Beginn der Tagung auf einem Nachbargebäude Transparente, mit denen auch sie zum Kampf gegen die Erderwärmung aufriefen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte von den Industriestaaten, ihren Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent zu reduzieren. (mit dpa)