Der Tagesspiegel : Klimawandel: Wald reagiert träge

Die Wälder der Erde reagieren sehr träge auf den Klimawandel, lassen Modellrechnungen britischer Forscher vermuten. Nach einer Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre brauchen der Amazonas-Regenwald und die Wälder der nördlichen Breiten demnach Jahrzehnte, bis sie einen neuen Gleichgewichtszustand erreicht haben

Diese Trägheit sei bei bisherigen Arbeiten zum Klimawandel und seinen Folgen nicht berücksichtigt worden, schreiben die Forscher um Chris Jones vom Hadley Centre des britischen Met Office in einem online vorab veröffentlichten Beitrag für das Fachblatt „Nature Geoscience“. Sollten weitere Studien zu ähnlichen Resultaten kommen, müssten die Ansichten darüber, wo die Grenze zu einem „gefährlichen Klimawandel“ liegt, möglicherweise überdacht werden.

Jones und Kollegen führten ihre Experimente mit einem Modell durch, das neben klimarelevanten Vorgängen in Atmosphäre und Ozeanen auch die Reaktion der Vegetation berücksichtigt. Im Extremfall könnte der Wald im Amazonasbecken demnach zwei Jahrhunderte benötigen, um einen neuen stabilen Zustand zu erreichen. JKM

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