Der Tagesspiegel : Klinsmann statt Völler

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Jürgen Klinsmann hat eine ungewöhnliche Methode gewählt, um sein Interesse am Amt des Bundestrainers zu bekunden. Kurz bevor er in den engeren Kreis der Kandidaten für die Nachfolge von Rudi Völler aufgenommen wurde, sagte er in einem Interview über den Deutschen Fußball Bund (DFB), eigentlich „müsse man den ganzen Laden auseinander nehmen.“ Vielleicht haben die Funktionäre beim DFB die Drohung nicht ernst genommen. Ein paar Tage später machten sie Klinsmann zum Bundestrainer, und kurz darauf fing er an, den eigenen Anspruch in die Tat umzusetzen. Er ließ mit Oliver Bierhoff einen Manager engagieren, machte Joachim Löw zu seinem Kotrainer, verpflichtete seine Mannschaft zu einem offensiven Spielstil und gewann den Machtkampf um das Quartier während der Weltmeisterschaft 2006. Anstatt in Leverkusen werden die Nationalspieler in Berlin logieren. So viel Macht wie Klinsmann hat seit Sepp Herberger kein Bundestrainer mehr gehabt. sth

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