Köln : Moscheebau sorgt weiter für Diskussionen

Nach der harschen Kritik des evangelischen Geistlichen Nikolaus Schneider an der geplanten Moschee in Köln mahnt die Türkisch-Islamische Union zur Besonnenheit. Die "martialische" Begriffswahl Schneiders sei nicht konstruktiv.

Moschee
Heiß diskutiert. Die geplante Moschee in Köln-Ehrenfeld. -Foto: ddp

KölnIm Streit um den Bau einer repräsentativen Moschee in Köln hat die Türkisch-Islamische Union (DITIB) Kritik des Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, an dem Bauprojekt zurückgewiesen.

Der hatte erklärt, der Moscheebau wirke "triumphierend", da er höher als der Turm der evangelischen Kirche sei. Er empfahl "den Entwurf noch einmal zu überarbeiten", was aber nichts mit einer Beschneidung der Religionsfreiheit zu tun habe. Gleichzeitig deutete der Präses an, das Verhältnis zwischen Kirchen und Muslimen in Deutschland habe sich verschlechtert. Die Kirchen hätten "gemerkt, dass unsere muslimischen Gesprächspartner das Verhältnis von Staat und Religion anders sehen als wir". Der Koran dürfe aber nicht über die Gesetze des deutschen Staates gestellt werden, sagte Schneider.

Ditib fordert konstruktive Kritik

Die Reaktion der Ditib ließ naturgemäß nicht lange auf sich warten. "Mit seiner martialischen Begriffswahl trägt Präses Schneider leider nicht konstruktiv zur Diskussion um den Kölner Moscheebau bei, sondern reiht sich in die Reihe der Kritiker ein, die polemisieren und desinformieren", erklärte die DITIB als Bauherrin der geplanten Moschee in Köln.
  
"Wir mahnen Präses Schneider zur Besonnenheit", heißt es weiter in der Erklärung von DITIB. "Sein Amt und die Verantwortung für 2,9 Millionen Mitglieder seiner Kirche im Rheinland erfordern, dass er sachliche, fundierte und konstruktive Kritik äußert, die einen Beitrag zum sozialen Frieden in der Region leistet." (mit AFP/dpa)