Königs Wusterhausen : Polizei sucht Rocker wegen Messerangriff

Im Brandenburgischen Königs Wusterhausen ist ein Jugendlicher niedergestochen worden. Die Täter sollen Mitglied des Gremium MC gewesen sein.

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Mitglieder der Bruderschaft Gremium MC.
Mitglieder der Bruderschaft Gremium MC.Foto: DPA

Nach dem Messerangriff auf einen Jugendlichen in Königs Wusterhausen hat die Polizei eine konkrete Spur. Der Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Ralf Roggenbuck, sagte am Montag, dass die Ermittler eine Gruppe von 10 bis 30 Rockern im Visier hätten. Die Männer gehören sehr wahrscheinlich der Bruderschaft Gremium MC an, die sich am Silvestermorgen am Bahnhof der Stadt versammelt hatten. Der Motorradclub gehört neben den Hells Angels und den Bandidos zu den größten Rockervereinigungen in Deutschland. In Brandenburg gibt es mehrere Gremium-Chapter, also lokale Ableger, allerdings bislang noch nicht in Königs Wusterhausen Deshalb wird davon ausgegangen, dass die Rocker angereist sind.

Ein 15-Jähriger war am frühen Silvestermorgen in der Bahnhofstraße in Königs Wusterhausen niedergestochen worden. Erst am Montag befand er sich nicht mehr in Lebensgefahr. Er wird weiter stationär behandelt und ist nicht vernehmungsfähig. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Totschlags. In Justizkreisen hieß es am Montag, dass es sich beim Angriff vom Wochenende „offenbar um ein Versehen“ gehandelt habe. Die Rocker hätten den 15-jährigen Jugendlichen entweder mit jemand anderem verwechselt, oder der Junge sei bei einer größeren Auseinandersetzung im Weg gewesen. Der Jugendliche war nach Mitternacht aus der Personengruppe heraus angegriffen, geschlagen und mit dem Messer verletzt worden. Der harte Kern von Rockerbruderschaften schweigt bei Vernehmungen in der Regel. Belastende Zeugenaussagen aus den eigenen Reihen sind ebenfalls selten.

Wie inzwischen bekannt wurde, kam es am ersten Weihnachtstag zu einem ähnlichen Vorfall in der knapp 34 000 Einwohner zählenden Stadt am südöstlichen Stadtrand Berlins. Dabei wurde ein junger Mann am frühen Morgen ebenfalls womöglich von Rockern niedergestochen. Auch hier werde wegen versuchten Totschlags ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Ralf Roggenbuck, am Dienstag. Er wollte aber keinen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Fällen herstellen.

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Björn Lakenmacher, mahnte, es dürften keine rechtsfreien Räume entstehen. „Die Gewaltexzesse inmitten der Stadt sind erschütternd und müssen sehr ernst genommen werden.“ Lakenmacher, der dort seinen Wahlkreis hat, forderte mehr Polizeipräsenz. Die aktuellen Vorfälle zeigten, dass der „massive Personalabbau“ im Zuge der Polizeireform der falsche Weg sei. (mit DPA)

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