Körperverletzung : Lehrerin aus Beeskow soll Schülerin gewürgt haben

Eine zwölfjährige Schülerin aus Beeskow soll von ihrer Lehrerin festgehalten und gewürgt worden sein. Die Pädagogin wird diesen Donnerstag vernommen

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Ein Polizeisprecher des Landkreises Oder-Spree bestätigte, dass das Mädchen schon am Dienstag mit einem Elternteil zur Wache gekommen war und Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt hatte. Zuvor soll die Schülerin den Angaben zufolge mit ihrem Vater zu einem Arzt gegangen sein. Der Polizei zufolge soll der „Spuren am Hals“ des Mädchens festgestellt haben. Der Übergriff selber soll am vergangenen Freitag stattgefunden haben. Die Lehrerin ist noch nicht zu dem Fall befragt worden. „Die Frau wird an diesem Donnerstag zu den Vorwürfen gehört“, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Brandenburg.

Die Lehrerin soll der Zwölfjährigen eine übliche Strafarbeit für die Zeit nach dem regulären Unterricht aufgegeben haben. Während das Mädchen im Klassenzimmer nachsaß, habe die Pädagogin die Tür von innen verschlossen. Als die Schülerin nach Ende der Strafarbeit mit dem Schlüssel zur Tür gegangen sein soll, habe die Lehrerin sie festgehalten und gewürgt. Das Mädchen konnte sich der Polizei zufolge selbst befreien und floh. Zu Hause habe sie sich ihren Eltern anvertraut. Ein Jugendkommissariat der Kriminalpolizei ermittelt. Aus dem Bildungsministerium hieß es, man wolle dem Fall nachgehen. Im Schulamt war am Mittwoch niemand zu sprechen.

Vor vier Jahren hatte in Eichwalde, südlich von Berlin, eine Lehrerin ihre Grundschüler geohrfeigt. Bis zuletzt hatte die Frau bestritten, die Erstklässler geschlagen zu haben. Erst 2009 hat das Brandenburgische Oberlandesgericht die Verurteilung der 60-Jährigen wegen Körperverletzung im Amt bestätigt. Nachdem der Tagesspiegel die Vorwürfe öffentlich gemacht hatte, reagierten das Schulamt im Landkreis Dahme-Spree und das Bildungsministerium. Die Lehrerin wurde an eine andere Schule versetzt und ging schließlich in die Freistellungsphase der Altersteilzeit, ist also nicht mehr im Schuldienst.

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