Körperwelten : Plastinator baut Standort Guben aus

Gunther von Hagens zieht mit seiner Plastinations-Fabrik von China nach Guben. In Südbrandenburg sollen jetzt auch ganze Körper präpariert werden.

Guben - Der durch die „Körperwelten“- Ausstellungen bekannte Plastinator Gunther von Hagens hat die Präparation menschlicher Körper von China ins südbrandenburgische Guben verlagert. Damit werde sein im November 2006 in Guben eröffnetes Plastinarium zum weltweit größten Plastinationsstandort, teilte Hagens mit. Zugleich eröffnete er am Freitag in Guben eine Schau mit über 50 „Ganzkörperplastinaten“, die dort voraussichtlich bis Ende des Jahres jeweils freitags bis sonntags zu sehen sein sollen.

Seinen Rückzug aus China, wo nur die Tierplastination verbleibe, begründete er mit „massiven Schwierigkeiten“. Er habe als „unliebsamer Konkurrent“ Probleme mit den Behörden bekommen, nachdem sich einige seiner Plastinationsschüler selbstständig gemacht hätten. Erweiterungsbauten seien abgelehnt und Exporteinschränkungen erlassen worden. Der Plastinator war nach eigenen Angaben seit 1993 im chinesischen Dalian tätig. Dort entstanden die meisten Plastinate der „Körperwelten“-Ausstellungen.

Hagens lässt in seinem umstrittenen Gubener Plastinarium seit dem Herbst Scheibenplastinate fertigen. Jetzt sollen dort auch silikonisierte Teil- und Ganzkörperplastinate entstehen, teilte er mit. Er habe Guben ausgewählt, weil die örtlichen Behörden und die Gubener Bevölkerung die Ansiedlung unterstützten. Alle menschlichen Präparate aus Deutschland, die nach China geschickt worden seien, seien bereits wieder in Guben eingetroffen. Hagens kündigte an, dass er in Guben weitere Spezialisten suche. ddp

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