Der Tagesspiegel : Kohlengruben werden zum Freizeitparadies Zwischenbilanz der Internationalen Bauausstellung Fürst-Pückler-Land.

Region bekommt durch Landschaftsumbau neue wirtschaftliche Perspektive

Peter Jähnel[dpa]

Großräschen - Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land hat nach Überzeugung ihres Geschäftsführers Rolf Kuhn der Lausitz eine neue Perspektive gegeben. „Es flossen Mittel zur touristischen Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, die eine Fernwirkung bis Berlin und Dresden und darüber hinaus in ganz Deutschland erzielen“, sagte der ehemalige Dessauer Bauhaus-Direktor zur Halbzeitbilanz der IBA nach fünf Jahren.

Die auf zehn Jahre angelegte Lausitzer IBA hatte im Jahr 2000 begonnen. „Seitdem haben wir gemeinsam mit den regionalen Akteuren 24 Projekte auf den Weg gebracht“, erläuterte der 58-jährige Kuhn. Zu den größten und spektakulärsten gehörten das Museum der weltgrößten Bergbau-Förderbrücke F 60 in Lichterfeld (Elbe-Elster) und der Wiederaufbau der historischen Slawenburg im Spreewaldort Raddusch.

Weiteres Beispiel sei das 270 Meter lange Informations- und Ausstellungszentrum „IBA-Terrassen“ in Großräschen am Rande des ehemaligen Tagebaus Meuro, in dessen Restloch der Ilse-See entsteht. „Ohne die IBA-Projekte wäre hier ein normales Naherholungsgebiet entstanden, aber mit ihnen wächst in der Lausitz eine neue Landschaft nach dem Bergbau“, verdeutlichte Professor Kuhn. „Das Wesentliche in der Zwischenbilanz ist zumindest bei den Verantwortlichen die Erkenntnis, dass dies die richtige Philosophie ist.“ Viele Ideen für die Umgestaltung seien in Werkstätten und Konferenzen mit nationaler und internationaler Beteiligung erarbeitet worden.

„Die Dimensionen des Vorhabens waren damals in der Region und bei der Landesregierung nicht klar, deshalb habe ich den Begriff von der größten Landschaftsbaustelle Europas geprägt“, erläuterte Kuhn. „Außerdem sollte hier nicht 30 Mal der Senftenberger See neu entstehen.“ Mit diesem Vergleich habe jeder sofort begriffen, „dass dies etwas schrecklich Langweiliges und kein wirtschaftliches Erfolgsrezept wäre.“ Wichtig sei, dass die Lausitz mit der Landschaftsgestaltung eine neue wirtschaftliche Chance bekommt, um die Abwanderung der Menschen aufzuhalten.

Internet: IBA Fürst-Pückler-Land: www.iba-see.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben