Kolumbien : Aktivisten wollen Goya-Bild gestohlen haben

Eine bisher unbekannte Organisation "Kommando freie Kunst S-11" hat sich zu dem Diebstahl einer wertvollen Radierung des spanischen Malers Francisco de Goya bekannt. Das Werk ist aus einem Museum in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá verschwunden.

Goya
"Traurige Vorahnungen" von Francisco de Goya. -Foto: dpa

BogotáIn ihrem Bekennerschreiben behaupten die Aktivisten, der Diebstahl des fast 200 Jahre alten Bildes "Traurige Vorahnungen" aus der Reihe "Die Schrecken des Krieges" sei Teil des Kampfes gegen die "Kunst-Bürokratie", teilte die Stiftung Gilberto Alzate Avendaño mit. Sie hatte die Goya-Ausstellung organisiert.

Das Schreiben ähnele einem Bekennerschreiben, das die inzwischen aufgelöste linke Rebellengruppe M-19 im Jahr 1974 nach dem Diebstahl eines Säbels des Befreiers Simón Bolívar in Bogotá verschickt hatte. "Goya, deine Radierung ist in den Kampf zurückgekehrt. Der Kampf Goyas geht weiter, Goya ist nicht gestorben. Seine Radierung zerreißt die Spinnengewebe des Museums und wirft sich in den Kampf der Gegenwart. Sie ist in unsere Hände übergegangen", zitierte die Stiftung aus dem Schreiben.

Ob die Gruppe überhaupt existiere und ob sie etwas mit dem Diebstahl zu tun habe, sei unbekannt, sagte die Direktorin der Stiftung, Ana María Alzate. Das Werk war eine Leihgabe des Goya-Museums in Fuendetodos, dem Geburtsort des Künstlers, an die Gilberto-Alzate-Avendaño-Stiftung in Bogotá. (feh/dpa)