Kolumbien : Diplomaten statt Soldaten

In Südamerika entspannt sich die Lage. Nach Ende der Krise wollen Venezuela und Kolumbien ihre diplomatischen Beziehungen wieder aufnehmen. Am Dienstag sollen die letzten Soldaten aus dem Grenzgebiet abziehen.

CaracasNach dem Ende der Krise in Südamerika hat Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien wiederhergestellt. Die vor einer Woche aus Bogotá abgezogenen Diplomaten würden sofort ins Nachbarland reisen, um ihre Positionen wieder einzunehmen, teilte die Regierung in Caracas mit. Außerdem sei man bereit, die ausgewiesenen Diplomaten aus Kolumbien wieder ins Land zu lassen.

Venezuela hatte die diplomatischen Beziehungen am 2. März aus Protest gegen einen kolumbianischen Angriff auf ein Rebellenlager auf ecuadorianischem Staatsgebiet auf Eis gelegt. Bei der Aktion waren der Vize der marxistischen Untergrundgruppe, Raúl Reyes, und andere Rebellen getötet worden. Venezuela und Ecuador hatten den Militärschlag als "Mord" bezeichnet und ihre Truppen an der Grenze zu Kolumbien verstärkt.

Soldaten sollen am Dienstag abgezogen werden

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa warf Kolumbien zudem vor, mit der Militäraktion eine möglicherweise bevorstehende Freilassung der von den FARC als Geisel gehaltenen früheren Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt zu verhindern.

Nach neuen scharfen Angriffen beim Gipfeltreffen der Rio-Gruppe am Wochenende in der Dominikanischen Republik hatten sich Correa und sein venezolanischer Amtskollege Hugo Chávez überraschend mit dem konservativen kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe versöhnt. Uribe versprach, die an die Grenze verlegten Soldaten am Dienstag abzuziehen und solche Militärschläge nicht zu wiederholen.

Ecuadors Staatschef Rafael Correa will mit der Normalisierung der Beziehungen allerdings noch warten. Es werde noch Zeit brauchen und schwierig sein, die Beziehungen und Vertrauen zu Kolumbien wieder aufzubauen, sagte er am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache. (nim/AFP/dpa)