Kolumne : AhA: Warum liefert der Dynamo am Fahrrad Strom?

Thomas de Padova

268 km/h, aus eigener Muskelkraft. Der Holländer Fred Rompelberg erreichte diese Spitzengeschwindigkeit mit dem Fahrrad – allerdings im Windschatten eines Spezialfahrzeugs.

Dennoch ist Radfahren eine der effektivsten Fortbewegungsarten. Verglichen mit einem flotten Spaziergang verbrauchen wir bei der Radtour fünfmal weniger Energie. Trotzdem sind viele Radfahrer knauserig mit ihren Energiereserven. Lieber fahren sie ohne Licht, als einen Teil der 100 Watt Tretleistung für die Stromerzeugung aufzubringen. „Ein guter Seitenläuferdynamo braucht neun, ein einfacher bis zu 20 Watt der durchschnittlichen Antriebsleistung“, sagt der Ingenieur André Gläser vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. „Dagegen spürt man einen modernen Nabendynamo, der immer mitläuft, kaum.“

Fahrraddynamos wandeln mechanische Energie in elektrische um. Dazu ist ihr Antriebsrädchen mit einem Magneten verbunden, der rotiert. Das Magnetfeld übt eine ablenkende Kraft auf Elektronen und andere bewegliche Ladungsträger aus. Unter dem Einfluss eines sich ändernden Magnetfelds ziehen die Ladungsträger in einem Draht in eine Richtung, neue rücken nach: Ein Strom fließt.

Der Magnet im Dynamo hat nicht nur einen Nord- und einen Südpol, sondern viele. In kurzen Abständen wechseln Nord und Süd, so dass sich die im Draht erzeugte Stromrichtung immer wieder umkehrt. Es entsteht ein Wechselstrom, der Vorder- und Rückleuchte versorgt.

Dafür reichen ein paar Watt aus. Für den Radfahrer ist die Beleuchtung jedenfalls eine vergleichsweise geringe Herausforderung. Stärker schlägt die Rollreibung des Reifens zu Buche. Wer seine Reifen gut aufpumpt, spart unter Umständen mehr Energie als durch den gefährlichen Verzicht aufs Licht, sagt Gläser.

Bei hohem Tempo setzt der Fahrtwind dem Radler den größten Widerstand entgegen. Er wird allerdings geringer, wenn man von der aufrechten Haltung in die Rennfahrerposition wechselt. Und im Windschatten fährt. Thomas de Padova

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