Kolumne: Die Übeltäter : So verursacht das Gelbfieber-Virus eine Hautfärbung

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Gelbfieber kommt nur in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas vor. Ab den 1930er Jahren konnte die Erkrankung dank der Entwicklung von Impfstoffen stark zurückgedrängt werden. Wenn man heute von Deutschland in den Senegal, nach Tansania oder Kenia reisen will, ist eine Impfung sogar Pflicht. In den betroffenen Ländern wird jedoch seit einigen Jahren weniger konsequent geimpft als früher, weshalb sich dort wieder mehr Menschen infizieren und sogar von einem Comeback der Krankheit die Rede ist.

Ganz ausrotten wird man den Gelbfieber-Erreger wohl nie. Denn er befällt nicht nur Menschen, sondern auch Affen. „Übertragen wird das Virus von bestimmten Stechmücken“, erklärt Jonas Schmidt-Chanasit, Tropenmediziner am Bernhard-Noch-Institut. „Wenn sie einen infizierten Menschen oder ein infiziertes Tier stechen, nehmen sie mit dessen Blut zugleich den Erreger auf und geben ihn mit dem nächsten Stich weiter.“ Die größte Bedeutung besitzt die Mückenart Aedes aegypti. Sie ist für den urbanen Gelbfieberzyklus verantwortlich, der nur noch in Afrika und dort, wie der Name schon verrät, in Städten auftritt. Am silvatischen Zyklus (Wald- oder Dschungelzyklus) sind dagegen auch andere Mückenarten beteiligt.

Das Gelbfieber-Virus ist rund und nicht besonders groß, sein Erbgut liegt im Innern, in Form einer RNA. Auf der Hülle sitzen Proteine, mit denen der Erreger an menschliche Zellen andocken und in sie eindringen kann, um sich dort zu vermehren. Wenn das Virus mit dem Stich der Mücke in den Körper gelangt ist, reist es mit dem Blut weiter. Gelbfieber-Viren vermehren sich bevorzugt in den Zellen der Leber. Das kann gefährliche Folgen haben. Nach einer Inkubationszeit von drei bis sechs Tagen setzt meist Fieber ein, eine Abwehrreaktion des Körpers. Auch Kopfschmerzen und Übelkeit sind Symptome. In der Mehrzahl der Fälle kann sich das Immunsystem erfolgreich gegen den Eindringling zur Wehr setzen, die Krankheit klingt dann nach wenigen Tagen einfach ab. In schweren Fällen beginnt eine zweite Phase, die nicht selten tödlich endet. Das Fieber tritt nun wieder auf, verbunden mit einer Gelbfärbung von Haut und Bindehaut. Zur „Gelbsucht“ kommt es, weil die Leber durch die Viren geschädigt ist und daher bestimmte Abfallprodukte nicht mehr abgebaut werden können. Sie lagern sich in der Haut ab.

Gegen das Gelbfieber-Virus gibt es bis heute kein wirksames Medikament. Es können nur die Symptome behandelt werden. Wer die Krankheit überstanden hat, ist ein Leben lang immun. Björn Rosen

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