Kommunalwahl : Amt für Statistik verzögert Veröffentlichung der Wahldaten

Der Landeswahlleiter und die Medien kritisierten die schlechte Aufarbeitung der Wahldaten via Internet. Aber nicht nur die Technik versagte. Inhaltlich reflektiere die Statistik nicht die Parteienlandschaft.

PotsdamDas Amt für Statistik Berlin-Brandenburg hat die technischen Probleme bei der Präsentation der Ergebnisse der Kommunalwahl am Sonntagabend mit den hohen Zugriffszahlen erklärt. "Wir haben in der Nacht so viele Zugriffe gezählt wie sonst im ganzen Jahr", sagte eine Sprecherin der Behörde. Obwohl die Technik gemeinsam mit dem technischen Dienstleister noch am Abend aufgerüstet worden sei, habe das nicht ausgereicht.

In der Wahlnacht und auch am Montagvormittag hatten Internetnutzer immer wieder Probleme, auf die Internetseite mit den Wahlergebnissen zu gelangen. Das Amt kündigte eine Analyse und Bewertung der Pannen an. Eine Sprecherin des Landeswahlleiters sagte, das Amt für Statistik sei laut Wahlgesetz verantwortlich für die Erfassung und Präsentation der Wahldaten. "Wir sind auch nur Abnehmer und mussten genauso leiden", sagte sie.

Die Sprecherin des Landeswahlleiters kritisierte auch die in der Software angebotene Grundeinstellung, bei der lediglich die Ergebnisse von fünf Parteien und Gruppierungen angezeigt wurden, die der rechtsextremen Parteien beispielsweise nicht. "Wir hätten gerne eine andere Grundeinstellung gehabt, in der mehr Parteien zu sehen sind", sagte die Sprecherin: "Das ist leider nicht so umgesetzt worden, wie wir das wollten." Es habe auf der Internetseite ein deutlicher Hinweis gefehlt, dass man die Grundeinstellungen ändern und so die Ergebnisse von 100 Parteien hätte einsehen können. (ml/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben