Kommunalwahlen : Begehrte Mandate

Für die Wahlen zu den Kreistagen haben Brandenburgs Parteien mehr Kandidaten zur Verfügung als 2003. Die meisten Bewerber stellt die SPD. Entgegen früherer Ankündigung schaffte es die NPD in allen Wahlkreisen Bewerber aufzustellen.

Thorsten Metzner

Potsdam Von wegen Politikverdrossenheit: Zur Kommunalwahl im Land Brandenburg am 28. September treten deutlich mehr Bewerber an als beim Urnengang vor fünf Jahren. Wie Landeswahlleiter Peter Kirmße am Freitag in Potsdam mitteilte, sind landesweit 5830 Bewerber für die 14 Kreistage und vier Stadtverordnetenversammlungen in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel zugelassen worden – das sind 824 (16,5 Prozent) mehr als 2003.

Dabei haben Brandenburgs Parteien, die in der Vergangenheit durchaus Mühe hatten, Kandidaten für die zeitraubende ehrenamtliche Tätigkeit in lokalen Parlamenten zu finden, ihre Stellung gefestigt: Insgesamt zehn Parteien schicken 4320 Bewerber für die Kreistage und Stadtparlamente ins Rennen, 2003 waren es nur 3877 Kandidaten. Die großen Landtagsparteien SPD, CDU und Linke konnten sämtlich zulegen. Mit 1128 Kandidaten kommt die SPD auf die meisten Bewerber, gefolgt von der CDU mit 989 Kandidaten. Für die Linke, die im Landtag in der Opposition ist, aber bereits in vielen Kommunen mitregiert, treten 826 Bewerber an – 2003 waren es nur 631. Auffällig ist, das die seit 1994 nicht mehr im Landtag vertretene FDP mit 828 Kandidaten (2003: 662) kommunal stark präsent ist und damit selbst die Linke als mitgliederstärkste Partei Brandenburgs in der Zahl der Bewerber schlägt.

Am meisten bewerber wollen in die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung

Der Run auf kommunale Mandate ist regional unterschiedlich ausgeprägt. Besonders begehrt ist danach die Stadtverordnetenversammlung in Potsdam, wo mit durchschnittlich 8,9 Kandidaten pro Sitz die meisten Bewerber um einen Sitz kämpfen – in Frankfurt (Oder) sind es je Mandat fünf Bewerber. Bei den 14 Landkreisen nimmt Barnim (7,6 Bewerber je Sitz) im Berliner Umland den Spitzenplatz ein, während der dünnbesiedelte Kreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten des Landes nur 4,7 Bewerber je Sitz registriert.

Im rechtsextremen Spektrum gibt es eine interessante Entwicklung: Die NPD, die bei den Kommunalwahlen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern massiv zulegen konnte, hat es entgegen früheren Ankündigungen nicht geschafft, im ganzen Land anzutreten – aber immerhin in sechs Kreisen und der Stadt Cottbus mit insgesamt 49 Kandidaten (2003: 16). Die von manchen bereits abgeschriebene, etwas bürgerlicher auftretende DVU, seit 1999 im Landtag, kommt auf 72 Kandidaten (2003: 45) in acht Landkreisen und der Stadt Potsdam. 

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