Kongressbericht : Irakisches Innenministerium ''operationell wirkungslos''

Das irakische Innenministerium ist nach einem US-Kongressbericht funktionsunfähig, religiös und ethnisch gespalten sowie korrupt. Die vom Ministerium kontrollierte nationale Polizei solle aufgelöst und neu organisiert werden.

WashingtonDie Polizei sei "operationell wirkungslos", heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht einer Gruppe von ranghohen pensionierten US-Offizieren unter Leitung des ehemaligen Nato-Oberbefehlshabers James Jones weiter. Beim irakischen Militär sehen die Ex-Militärs dagegen Fortschritte beim Ausbildungsstand und bei der Operationsfähigkeit. Dennoch werde das irakische Heer innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate nicht in der Lage sein, unabhängig von den US-Streitkräften im Land seine Sicherheitsfunktion zu erfüllen.

Die Ex-Militärs waren vom Kongress mit der Prüfung der Fortschritte im Irak beauftragt worden. Die Ergebnisse wurden wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Bericht der US-Regierung zur Lage in dem Land veröffentlicht. Am kommenden Montag und Dienstag werden der Befehlshaber der US-Truppen im Irak, David Petraeus, und der amerikanische Botschafter Ryan Crocker in Anhörungen des Kongresses in Washington ihre Einschätzung erläutern. Außerdem will das Weiße Haus in der kommenden Woche einen schriftlichen Bericht veröffentlichen.

Die regierungsunabhängigen Offiziere im Ruhestand stellen in ihrem eigenen Report fest, dass das Innenministerium in Bagdad nur dem Namen nach ein solches sei. Es leide unter ineffektiver Führung. Die "fundamentalen Mängel" seien ein "ernstes Hindernis" auf dem Weg der Polizei zu jener Einsatzbereitschaft und Wirksamkeit, "die für die innere Sicherheit und Stabilität im Irak von wesentlicher Bedeutung sind". (mit dpa)