Konjunktur : Asien lässt deutsche Autohersteller hoffen

Die Abwrackprämie ist ausgelaufen, die Deutschen kaufen deutlich weniger Autos. Dennoch sind deutsche Hersteller optimistisch für das laufende Jahr, denn in Asien locken hohe Zuwächse - und nicht nur dort.

Berlin Die Nachfrage nach neuen Autos springt im Ausland an und lässt die exportstarke deutsche Industrie auf ein gutes Jahr hoffen. Während in China, Indien, Japan und den USA im Februar deutlich mehr Neuwagen als vor einem Jahr zugelassen wurden, brach der deutsche Heimatmarkt allerdings drastisch um knapp 30 Prozent auf rund 195.000 Neuzulassungen ein. Rechnet man die im Vorjahr gezahlte Abwrackprämie heraus, bleibt immer noch ein Minus von 15 Prozent. In einigen europäischen Ländern, in denen es – anders als in Deutschland – weiter Prämien gibt, entwickelte sich die Nachfrage stabil, aber deutlich schwächer als in Asien. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Europa rund 2,1 Millionen Neuwagen zugelassen – gut acht Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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Drei von vier in Deutschland produzierten Autos werden im Ausland verkauft. Das Münchener Ifo-Institut schätzt, dass die Auslandsnachfrage nach dem starken Einbruch im vergangenen Jahr (minus 29,6 Prozent) im laufenden Jahr um etwa 20 Prozent zunehmen dürfte. Die deutschen Hersteller reagieren darauf laut Ifo-Prognose mit einer Ausweitung der Produktion um voraussichtlich 8,5 Prozent. Für den deutschen Heimatmarkt sagen die Ifo-Forscher für das Gesamtjahr einen Rückgang der Nachfrage um 18 Prozent voraus. Die immer stärkere Orientierung auf den Weltmarkt hat dazu geführt, dass die deutschen Autokonzerne ihre Produktion Schritt für Schritt ins Ausland verlagern. In den vergangenen 15 Jahren hat sie die Pkw-Herstellung außerhalb Deutschlands laut Autoverband VDA von 1,7 Millionen (1993) auf 5,3 Millionen (2008) verdreifacht. Gleichzeitig verdoppelte sich der Export von in Deutschland produzierten Fahrzeugen.

Im Februar stieg der Autoabsatz in den westeuropäischen Ländern um fünf Prozent auf rund 949.000 Autos, ohne den deutschen Markt sogar um 20 Prozent. Rechnet man die schwache Nachfrage in den neuen EU-Ländern (minus 22 Prozent) hinzu, lag das Plus in Gesamteuropa nur bei 3,2 Prozent. Dabei wuchsen Automärkte wie Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien mit zweistelligen Raten.  In Frankreich und Großbritannien wurden Neuwagenkäufe auch im Februar 2010 noch staatlich subventioniert. In Italien wirkte die Ende 2009 ausgelaufene Prämie nach. In Russland blieb die Nachfrage hingegen auffallend schwach – der Absatz sank um fast 32 Prozent auf knapp 92.000 Neuwagen. Seit Anfang März soll eine Abwrackprämie die Nachfrage beleben – allerdings nur nach in Russland gefertigten Neuwagen. mot