Konjunktur : Boom im deutschen Export hält an

Der Boom der deutschen Exportwirtschaft hält an. Im Juli führte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 81,5 Milliarden Euro aus - fast 12 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

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Fabrikneue Porsche Cayenne werden auf dem Flughafen Leipzig-Halle verladen. -Foto: ddp

WiesbadenDie deutschen Exporte sind ungebremst auf Wachstumskurs und werden im dritten Quartal die Wirtschaft voraussichtlich kräftig antreiben. Volkswirte erwarten für die Monate Juli bis September eine Beschleunigung des Aufschwungs mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,7 Prozent. Dabei wird der Außenhandel laut Prognosen einen wichtigen Beitrag leisten. Im Juli boomten die Exporte: deutsche Firmen verkauften Waren im Wert von 81,5 Milliarden Euro ins Ausland - das waren 11,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, meldete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden. Die Einfuhren stiegen nur halb so stark um 6,3 Prozent. Auch in den ersten sieben Monaten summierte sich das Exportplus gegenüber Vorjahr auf 11,3 Prozent.

Damit könnten die Ausfuhren dem Exportweltmeister Deutschland nach der Delle im Frühjahr wieder einen stabilen Aufschwung bescheren. Im zweiten Quartal hatte das Wachstum wegen eines Einbruchs am Bau real nur noch 0,3 Prozent betragen. Insgesamt rechnen die meisten Experten 2007 mit einem kräftigen Wachstum von 2,6 Prozent - vorausgesetzt, die Turbulenzen an den Finanzmärkten halten sich in Grenzen. Die Außenhandelsbilanz - als Saldo von Exporten und Importen - schloss im Juli mit einem Überschuss von 17,9 Milliarden Euro ab, das waren fast 5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahr. Der Überschuss ist die entscheidende Größe für das Wirtschaftswachstum.

Europa bleibt wichtigster Absatzmarkt

"Der Trend bei den Exporten zeigt eindeutig nach oben", schreiben die Volkswirte der Commerzbank. Allerdings habe in den vergangenen Monaten die schwächelnde Weltkonjunktur insbesondere in den USA und der starke Euro den Zuwachs etwas abgeschwächt. "Zweistellige Wachstumsraten der realen Exporte wie im vergangenen Jahr wird es 2007 und 2008 wohl nicht mehr geben", schrieb Ökonom Ralph Solveen von der Commerzbank.

Gegenüber dem Vormonat Juni legten die Exporte leicht um 0,1 Prozent zu. Wichtigster Absatzmarkt für Produkte "Made in Germany" ist weiterhin Europa. In EU-Länder gehen rund zwei Drittel aller deutschen Exporte. Die Ausfuhren dorthin kletterten im Juli um 13,5 Prozent. Wegen des starken Euro und einer Abkühlung der Weltkonjunktur kletterten die Exporte in Länder außerhalb der EU lediglich um 8,9 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro. (mit dpa)