Konjunktur : Junghanns: Brandenburg treibt Berlin

Endlich ist der Aufschwung auch in Brandenburg angekommen. Die Wirtschaft boomt und die Zahl der Jobs nimmt zu.

Thorsten Metzner

Potsdam - Der spät gestartete Aufschwung Brandenburgs wird nach Ansicht von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) anhalten. Er rechne 2008 mit einem Wachstum der Wirtschaft von mehr als zwei Prozent, für dieses Jahr mit einem Plus von 2,5 Prozent, sagte Junghanns am Freitag in Potsdam bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2007. „Die Auftragsbücher der Unternehmen sind gut gefüllt.“ Er hob hervor, dass sich Brandenburg zumindest im 1. Halbjahr 2007 beim Wirtschaftswachstum mit einer Steigerung um 2,8 Prozent ins Mittelfeld der deutschen Bundesländer vorarbeiten konnte. Motor sei dabei die Industrie, die im gleichen Zeitraum Steigerungsraten von 9,4 Prozent aufweisen konnte. Brandenburg komme damit beim Industriewachstum auf Platz vier in Deutschland, so Junghanns. Hatten Politiker in Brandenburg und Berlin in der Vergangenheit die Metropole als Motor der Region gesehen, formulierte der Potsdamer Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef jetzt selbstbewusst: „Brandenburg ist der wirtschaftliche Treiber in der Haupstadtregion.“ Allerdings machte Junghanns keinen Hehl daraus, dass Länder wie Sachsen oder Thüringen mit einer bereiteren industriellen Basis, also mehr Betrieben, strukturell im Vorteil seien. „Wir bauen die Industrie auf.“ Deshalb sei etwa die Ansiedlung von Solarfabriken so wichtig.

Gleichwohl ist nach Worten von Junghanns der Aufschwung „richtig im Land angekommen“ und führe mittlerweile auch zu mehr Jobs. Dieser Trend wird durch neue Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg bestätigt. Danach stieg im dritten Quartal 2007 in Brandenburg die Zahl der Erwerbstätigen um 24 400 auf rund eine Million, was einem Zuwachs von 2,4 Prozent entspricht – und dem Spitzenplatz aller Länder. Berlin, wo die Zahl der Jobs um 31 500 auf 1,57 Millionen stieg und somit ein Anstieg um zwei Prozent erzielt wurde, landete danach zusammen mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern auf Rang vier.

Allerdings tragen nach Einschätzung der Statistiker vor allem Geringverdiener wie Ein-Euro-Jobber zum Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt bei. Allein in Brandenburg nahm deren Zahl von 2003 bis 2006 laut Statistikamt um 22,9 Prozent zu. Thorsten Metzner

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