Konjunktur : Nordkoreas Wirtschaft leidet unter Inflation und Sanktionen

Nach sieben Jahren wirtschaftlichen Wachstums knickt die Wirtschaft Nordkoreas unter dem Druck der Sanktionen und den jüngsten Überschwemmungen wieder ein. Die Wirtschaftslleistung sank um 1,1 Prozent.

SeoulNach sieben Jahren Wachstum ist die Wirtschaft in Nordkorea im vergangenen Jahr laut südkoreanischer Zentralbank geschrumpft. Die schweren Überschwemmungen und internationale Sanktionen wegen des Atomprogramms des Landes hätten beigetragen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um schätzungsweise 1,1 Prozent zurückgegangen sei, sagte Konjunkturexperte Shin Chang-Sik. Für den Rückgang der Agrarproduktion um 2,6 Prozent und einen Einbruch der Bauwirtschaft um 11,5 Prozent machte er die Überschwemmungen im vergangenen Jahr verantwortlich. Die Überschwemmungen im vergangenen Monat dürften für weitere Verluste in der Landwirtschaft sorgen, die fast für ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes stehe.

Die Zentralbank Südkoreas veröffentlicht regelmäßig Daten zur Wirtschaftsentwicklung des Nachbarlandes. Diese stützen sich auf Erhebungen der eigenen Behörden sowie Angaben Nordkoreas für die Vereinten Nationen. Nach dem Bruch mit der damaligen Sowjetunion durchlitt die Wirtschaft Nordkoreas im vergangenen Jahrzehnt eine neun Jahre dauernde Rezession, bevor die Wirtschaftsleistung ab 1999 wieder stieg. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner lag in Nordkorea 2006 bei 1.108 Dollar (rund 825 Euro) gegenüber 18.372 Dollar in Südkorea. In Deutschland liegt das BIP pro Kopf bei rund 30.000 Euro. Der gesamte Außenhandel Nordkoreas erreichte im vergangenen Jahr etwa drei Milliarden Dollar. Gut zwei Drittel davon entfielen auf Einfuhren. (mit AFP)