Konjunktur : Wirtschaftsklima trübt sich deutlich ein

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft wird schlechter. Der unerwartet starke Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex zeugt von einer abebbenden Konjunktur. Für den Export zeigen sich die Unternehmen weiterhin optimistisch.

Hambuger Hafen
Der Export trägt weiter das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland. Die Binnenkonjunktur scheint sich abzukühlen. -Foto: ddp

MünchenDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni überraschend deutlich eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank von 108,6 auf 107,0 Punkte, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung mit. Experten hatten nur mit einem leichten Rückgang gerechnet. Damit liegt das Konjunkturbarometer historisch betrachtet aber immer noch auf hohem Niveau. Nach Einschätzung von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn sprechen die Ergebnisse aber für eine weiterhin robuste Konjunktur. Der ifo-Index wird aus einer Befragung von 7000 Unternehmen ermittelt und gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Die 7000 befragten Unternehmen beurteilten ihre derzeitige Lage etwas weniger positiv als im Vormonat. Auch die Zukunftsaussichten für das kommende halbe Jahr wurden weniger zuversichtlich gesehen. Der Deutsche Aktienindex DAX reagierte mit einem leichten Kursrückgang auf die Veröffentlichung der ifo-Zahlen.

Zwar wurde allgemein mit einer leichten Eintrübung der Stimmung in der Wirtschaft gerechnet, doch ein Absinken um 1,6 Punkte gilt schon als deutlicher Rückgang. Betroffen durch den Stimmungsumschwung ist vor allem die Binnenkonjunktur. Für die deutschen Märkte zeigen sich die Unternehmer nicht sehr optimistisch. Die Zeichen deuten auf eine wirtschaftliche Beruhigung in Deutschland. Durch den Frühindikator kann in der Regel die wirtschaftliche Entwicklung mit einem Vorlauf von einem halben bis einem Jahr prognostiziert werden.

Die Stimmung verschlechterte sich im Juni quer durch alle Branchen. So beurteilten zum Beispiel die Industriefirmen ihre aktuelle Lage weiterhin sehr gut, die Perspektiven für das kommende halbe Jahr werden aber etwas skeptischer gesehen. Allerdings sind die Firmen laut Sinn weiterhin optimistisch für das wichtige Exportgeschäft.