Konsolidierungspläne : Herlitz-Werk in Peitz vor der Schließung

Aufgrund eines Streits zwischen dem Private-Equity-Fonds Advent und dem Management von Herlitz könnte das Werk in Peitz geschlossen werden. Den Mehrheitseignern von Advent war der letztjährige Gewinn nicht hoch genug.

Berlin - Beim Büro-, Papier- und Schreibwarenhersteller Herlitz gibt es offenbar Schließungspläne für das Werk im brandenburgischen Peitz. Wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, wurde diese Option bereits intern in der obersten Führungsebene besprochen. Erwogen werde alternativ eine Auslagerung oder ein Verkauf. Betroffen wären 300 Arbeitsplätze.

Wechsel im Management

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass es am vergangenen Donnerstag erneut zu einem Managerwechsel bei Herlitz gekommen ist. Gehen musste der Vorstandsvorsitzende Jan Van Riet. Hintergrund seien Differenzen mit dem US-amerikanischen Private-Equity-Fonds Advent, der 65 Prozent der Herlitz-Aktion besitzt. Dem Bericht zufolge fiel den Fonds-Managern der Gewinn von 610.000 Euro im vergangenen Jahr zu gering aus.

Auseinandersetzungen gab es offenbar auch über die Ausrichtung des Konzerns. Den Unternehmenskreisen zufolge sah das Konzept von Van Riet unter anderem einen Erhalt der Eigenfertigung von Handelsmarken vor, wie sie in Peitz produziert werden. Aus diesem Grund sei er nicht mehr erwünscht gewesen. Van Riet hatte Anfang 2006 die Nachfolge von Christian Supthut angetreten. Das Traditionsunternehmen Herlitz gehört zu den führenden Herstellern von Büro-, Papier- und Schreibwaren in Europa. Der Hauptsitz ist in Berlin-Tegel.

Neuausrichtung verhinderte das Aus

Im Geschäftsjahr 2006 erzielte das Unternehmen eigenen Angaben zufolge ein operatives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte der Konzern durch Sonderaufwendungen noch ein Minusergebnis von 4,3 Millionen Euro.

Herlitz hatte 2002 Insolvenz angemeldet. Dem Konzern gelang es jedoch, durch eine strategische Neuausrichtung die Zerschlagung des Betriebs zu vermeiden und das Insolvenzverfahren bei laufendem Geschäft erfolgreich durchzuführen. (tso/ddp)

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