Korruptionsvorwürfe : Russischer Oppositionskandidat wieder frei

Die Festnahme des Bürgermeisters von Archangelsk hatte am Mittwoch nicht nur in Russland für Aufsehen gesorgt. Nun ist der Oppositionspolitiker Alexander Donskoj wieder frei - allerdings unter strengen Auflagen.

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Alexander Donskoj will als Präsidentschaftskandidat antreten. -Foto: AFP

MoskauEin oppositioneller Präsidentschaftskandidat in Russland, der in einer spektakulären Aktion festgenommen worden war, ist unter strengen Auflagen aus der Haft entlassen worden. "Ich habe keinen Hausarrest, aber ich muss mich jederzeit bei der Staatanwaltschaft melden können", sagte Alexander Donskoj, der Bürgermeister von Archangelsk. Dem 37-jährigen Politiker wird Korruption vorgeworfen, weil er Leibwächter für sich und seine Familie aus dem städtischen Haushalt bezahlt haben soll. Seit der Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur im Herbst eröffneten die Behörden mehrere Verfahren gegen ihn.

Nach seiner Verhaftung am Mittwoch, bei der er in Unterhose von der Polizei abgeführt wurde, konnte Donskoj gestern Abend nach Hause zurückkehren. Sein Prozess wegen Korruption soll am 30. Juli beginnen. Bis dahin muss er sich zur Verfügung der Behörden halten, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Archangelsk. Im russischen Recht gebe es keinen Hausarrest, wohl aber die Verpflichtung, bei den zuständigen Behörden vorzusprechen.

Donskoj war früher Geschäftsmann und wurde 2005 zum Bürgermeister gewählt. Er gehört keiner politischen Partei an, wird aber zu Opposition gegen Präsident Wladimir Putin gerechnet. Russische Menschenrechtler gehen davon aus, dass seine Verhaftung politisch motiviert ist. Ihm drohen bis zu sieben Jahre Haft. (mit AFP)