Kosovo : Serben und Albaner wollen direkte Gespräche fortsetzen

Serben und Kosovo-Albaner haben zugesagt, sich "ernsthaft" an der Suche nach neuen Vorschlägen zur Zukunft des Kosovos zu beteiligten. Die Suche nach einem Kompromiss gestaltet sich indes schwierig.

New York Bei ihrem ersten direkten Treffen nach dem Scheitern der Kosovo-Gespräche im UN-Sicherheitsrat verständigten sich beide Seiten in New York auf eine Erklärung, nach der die Verhandlungen "mit Kreativität, Mut und in einem Geist des Kompromisses" geführt werden sollen. Eine inhaltliche Annäherung zeichnete sich jedoch nicht ab.

Die Vermittler-Troika (EU, USA und Russland), auf deren Einladung das Treffen zustande gekommen war, zeigte sich gleichwohl zufrieden mit dem Verlauf. Es habe eine konstruktive Atmosphäre geherrscht, sagte der aus Deutschland stammende EU-Vertreter Wolfgang Ischinger. Dass beide Seiten freiwillig weiter miteinander reden wollten, sei ein "gutes Zeichen".

Nächstes Treffen am 14. Oktober

An dem fast dreistündigen Treffen hatten für die serbische Seite Präsident Boris Tadic und Regierungschef Vojislav Kostunica teilgenommen. Die Delegation der Kosovo-Albaner wurde von Präsident Fatmir Sejdiu und Ministerpräsident Adim Ceku angeführt. Das nächste Treffen soll am 14. Oktober in Brüssel stattfinden.

Nach Angaben Ischingers präsentierte Belgrad in der ersten Runde seine - bekannte - Vorstellung einer weitgehenden Autonomie für das Kosovo innerhalb der serbischen Grenzen. Die Kosovo-Albaner stellten ihr Konzept von zwei voneinander unabhängigen Staaten vor, wie es in Grundzügen auch UN-Vermittler Martti Ahtisaari vorgeschlagen hatte.

Neue Vorschläge gesucht

"Der Ahtisaari-Plan ist für Serbien nicht akzeptabel", betonte Tadic nach dem Treffen erneut. "Deshalb verhandeln wir jetzt und ich hoffe, dass wir eine Kompromisslösung erreichen können." In ihrer "New Yorker Erklärung" stimmten beide Seiten dem Anliegen zu, "realistische Vorschläge" zu entwickeln und auf Erklärungen zu verzichten, die die Sicherheitslage im Kosovo beeinträchtigen könnten.

Im UN-Sicherheitsrat waren die Kosovo-Gespräche im Juli gescheitert, weil Russland als Schutzmacht Serbiens mit einem Veto drohte, sollte der Ahtisaari-Plan angenommen werden. Das höchste UN-Gremium beauftragte daraufhin die Kosovo-Kontaktgruppe (USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Italien), nochmals direkte Gespräche mit Serben und Albanern zu führen. Bis zum 10. Dezember muss die Gruppe UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ihren Vorschlag für das weitere Vorgehen vorlegen. Bei einem Scheitern gilt es als wahrscheinlich, dass das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit erklärt. (mit dpa)