Kreisvorsitz : CDU bleibt gespalten

Katherina Reiche verteidigt ihre Kandidatur für den Kreisvorsitz in der Potsdamer CDU - sie will die Partei versöhnen, sagt sie. Ob die Grabenkämpfe so ein Ende finden, ist jedoch noch nicht absehbar.

PotsdamDie Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche hat ihre Kandidatur für den Vorsitz im Potsdamer CDU-Kreisverband verteidigt. Sie wolle sich dafür einsetzen, die Partei zu versöhnen und stärker zu machen, sagte Reiche am Freitag in Potsdam. Dass sie dafür gegen den bereits vom Kreisvorstand nominierten Hans-Wilhelm Dünn antritt, will die Vize-Fraktionschefin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht als Affront gegen Landesparteichef Ulrich Junghanns verstanden wissen. "Ich bewerbe mich mit einem Konzept und nicht gegen irgendjemanden", unterstrich die 34-Jährige.

Vorwürfe dieser Art ergeben sich aus Reiches privater Situation: Sie ist die Ehefrau von CDU-Landesvize Sven Petke, der sich seit fast zwei Jahren einen parteiinternen Machtkampf mit Junghanns liefert. Petke wiederum soll maßgeblichen Anteil daran haben, dass der bisherige Potsdamer Kreisvorsitzende Wieland Niekisch das Handtuch warf und der Posten so überhaupt frei geworden ist.

Nachfolger ist bereits nominiert

Der Kreisvorstand hatte bereits am 9. Juni mit klarer Mehrheit den 29-jährigen Dünn für die Niekisch-Nachfolge nominiert. Auch der Kreischef der Jungen Union und persönliche Referent von Junghanns als Wirtschaftsminister bezeichnet es als dringlichste Aufgabe, die zerstrittenen Lager der Potsdamer CDU zu versöhnen. Der neue Kreisvorsitzende wird bei einem Sonderparteitag am 8. Juli gewählt.

Reiche betonte, sie trenne Privates von der Parteiarbeit, es gehe ihr um Sacharbeit und nicht um persönliche Auseinandersetzungen. Da sie ein ernsthaftes Angebot unterbreite, hoffe sie auf die Unterstützung aller Parteimitglieder. Jeder Einzelne in der CDU werde gebraucht, um die Partei und die Stadt voranzubringen

Die Politikerin fügte hinzu: "Potsdam kann mehr." Es gebe Reserven unter anderem in der Bildungspolitik und es müsse mehr für ein Zusammenrücken der Generationen in der älter werdenden Stadt getan werden. Auch die Wiedergewinnung der historischen Stadtmitte bleibe ein wichtiges Thema. (jg/ddp)

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