Kriegsverbrechen im Irak : Mordanklage gegen US-Marineoffizier

Die Anklagen wegen im Irak begangener Verbrechen durch US-Soldaten häufen sich. Nach dem Prozess um die Hinrichtung von acht Aufständischen in Falludscha stehen nun zwei weitere Soldaten wegen Mordes vor Gericht.

Los AngelesDie US-Militärjustiz hat erneut Anklage gegen einen Soldaten wegen im Irak-Einsatz begangenen Mordes erhoben. Unteroffizier Jermaine Nelson sei bereits am Donnerstag wegen Mordes an einem Ausländer angeklagt worden, teilte das Marineinfanteristenkorps auf dem Truppenstützpunkt Camp Pendleton im US-Bundesstaat Kalifornien mit, ohne nähere Angaben zu machen. Ebenfalls am Donnerstag war der frühere Marineinfanterist José Nazario wegen der Erschießung von zwei irakischen Gefangenen angeklagt worden. Zuvor hatten die US-Streitkräfte mitgeteilt, "glaubwürdigen Anschuldigungen" gegen Marineinfanteristen während Kämpfen im westlich von Bagdad gelegenen Falludscha im November 2004 nachzugehen.
  
Laut Medienberichten hatten US-Soldaten während der erbitterten Kämpfe um Falludscha acht mutmaßliche irakische Aufständische nach deren Gefangennahme getötet. Der neue Prozess ist bereits die dritte Gerichtsverhandlung um schwere Kriegsverbrechen, die Marineinfanteristen vom Camp Pendleton begangen haben sollen. Fünf Soldaten wurden im Zusammenhang mit der Ermordung von 24 irakischen Zivilisten, darunter zehn Kinder und Frauen, im Dorf Haditha im November 2005 angeklagt. Acht Armeeangehörige waren wegen Mordes an einem irakischen Zivilisten in Hamdania im April vergangenen Jahres zu Haftstrafen zwischen einem und 15 Jahren verurteilt worden. Zudem begann am Montag ein neuer US-Prozess um Häftlingsmisshandlungen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. (mit AFP)