Der Tagesspiegel : Kriminalität: Pferderipper schlug wieder zu: Tier am Hals verletzt

Im Havelland hat erneut ein Pferderipper zugeschlagen. Bei Kietz verletzte ein Unbekannter erneut ein Tier, wie ein Polizeisprecher am Dienstag sagte. Der Besitzer des Pferdes stellte am Montagabend Stichverletzungen am Hals und im Schulterbereich fest, die jedoch nicht lebensbedrohlich waren. Das Tier stand auf einer Koppel nur 500 Meter von der Weide entfernt, auf der sich am Wochenende ein Gemetzel ereignet hatte. Ein Unbekannter hatte dort in der Nacht zu Sonntag sechs Stuten getötet und zwei weitere verletzt.

Die zehnköpfige Sonderkommission "Pferderipper" prüft einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen. Es sei mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass es sich um denselben Täter handelt, sagte ein Polizeisprecher (siehe Kasten unten). Eine heiße Spur gebe es bislang aber noch nicht. In der betroffenen Gegend macht sich unterdessen Angst breit. Zwar ist offenbar nicht damit zu rechnen, das der oder die Täter sich an Menschen vergreifen, doch fürchten die Pferdehalter im Havelland um ihre Tiere. Viele der Koppeln stehen inzwischen leer, zumindest nachts bringen die Besitzer ihre Pferde in die sicheren Ställe.

Zu den Tatwaffen des erneuten Gemetzels können bislang noch keine Angaben gemacht werden. Aufschluss erhoffen sich die Ermittler von den tierärztlichen Untersuchungen der verendeten und auch der verletzten Pferde. Diese seien aber noch nicht abgeschlossen. Besitzer Thomas Welling setzte eine Belohnung von 10 000 Mark zur Ergreifung des Täters aus. Die Stuten haben nach seinen Angaben einen Wert von 10 000 bis 15 000 Mark.

Die Sonderkommission arbeite mit Hochdruck und nehme auch den neuen Tatort genauestens unter die Lupe, heißt es bei der Polizei. Zudem sollen die Einwohner umliegender Gemeinden befragt werden und die Weiden nach möglichen Spuren des Täters abgesucht werden. Die Soko werde dazu je nach Aufgabe auf bis zu 35 Mann aufgestockt und von Bereitschaftspolizei und Landeskriminalamt unterstützt. Die Umstände der Tat ließen darauf schließen, dass der Unbekannte "mit hoher krimineller Energie" ans Werk ging und die Tat sehr präzise vorbereitete, sagte der Sprecher: Er habe sich eine abgelegene Weide ausgesucht und sich das schlechte Wetter zunutzte gemacht, bei dem kaum jemand unterwegs ist und die Spuren schnell verwischen.

Ähnliches Wetter habe in der Nacht vom 26. zum 27. September 1999 in der Prignitz geherrscht, als ein bis heute nicht bekannter Täter bei Frehne neun Zuchtpferde umbrachte und sechs weitere Tiere verletzte. Die Ergebnisse der damaligen Ermittlungen werden jetzt mit einbezogen.

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