Krise in Simbabwe : Tsvangirai will an Gipfeltreffen teilnehmen - auch ohne Pass

Morgan Tsvangirai , bisheriger Oppositionsführer, will selbst ohne Pass zu einem Gipfeltreffen zur Simbabwe-Krise reisen. Robert Mugabe musste zwar seine Macht mit der Opposition teilen, die Krise ist damit jedoch noch nicht vorbei.

Bulawayo Simbabwes bisheriger Oppositionsführer Morgan Tsvangirai will auch ohne Reisepass an einem Gipfeltreffen zur Krise in dem südafrikanischen Land teilnehmen. "Ich werde teilnehmen, mit oder ohne Pass", sagte Tsvangirai am Samstag in Bulawayo. Vor knapp zwei Wochen hatte er ein Vermittlungstreffen in Swasiland aus Protest gegen die Verweigerung eines normalen Reisepasses boykottiert. Da ihm seit fast einem Jahr kein Pass mehr bewilligt wurde, hätte er die Reise mit provisorischen Papieren antreten müssen. Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) will mit einem Krisengipfel Bewegung in die festgefahrenen Gespräche bringen. Ein Ort und ein genauer Termin stehen aber noch nicht fest.

Tsvangirai und Simbabwes Präsident Robert Mugabe hatten sich Mitte September nach monatelangem politischem Streit auf eine Machtteilung geeinigt. Mugabe bleibt demnach Staatschef, muss aber einen Teil seiner Kompetenzen an Tsvangirai abgeben, der Ministerpräsident wird. Über die Aufteilung der Kabinettsposten zwischen Tsvangirais MDC und Mugabes Partei ZANU-PF konnten sich beide Seiten trotz intensiver Verhandlungen bisher nicht einigen. Besonders umstritten ist unter anderem das für die Polizei zuständige Innenministerium. (jg/AFP)