Krisenplan : Conergy plant Radikalumbau

Das Solarunternehmen Conergy will sich mit einem umfassenden Umbau aus der Krise befreien. Dieser dürfte mindestens 500 Mitarbeiter den Job kosten.

HamburgDas Unternehmen will sich künftig ausschließlich auf das Solargeschäft konzentrieren und von Aktivitäten wie dem Biomasse- und Solarthermiegeschäft trennen. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet Conergy statt eines positiven Resultats 2007 einen Verlust von bis zu 200 Millionen Euro. Auch der geplante Umsatz von rund einer Milliarde Euro sei voraussichtlich außer Reichweite.

Im frühen Handel verlor die Aktie daraufhin rund ein Fünftel ihres Wertes, erholte sich dann bis zum Nachmittag auf 23,29 Euro, womit sie noch rund 10 Prozent unter dem Vortagsschluss lag.

Bafin ermittelt

Conergy hatte Ende Oktober überraschend eine Gewinnwarnung herausgegeben. Derzeit nimmt die Deutsche Prüfstelle für Rechnungsstellung den Jahresabschluss für das vergangene Jahr und den Abschluss für die erste Hälfte 2007 unter die Lupe. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ermittelt, ob Conergy die Öffentlichkeit rechtzeitig über die finanzielle Lage des Unternehmens informiert hat.

Von den wegfallenden Arbeitsplätzen sollen 300 Stellen in Hamburg gestrichen werden. Die Behörde für Wirtschaft und Arbeit, die Hamburger Arbeitsagentur und das Unternehmen selbst wollen eine Arbeitsgruppe einrichten, die die Vermittlung der betroffenen Mitarbeiter an andere Arbeitgeber organisieren soll. Weltweit beschäftigte Conergy Ende September 2741 Mitarbeiter.

Holding mit drei Sparten

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, will Conergy sich auf das Solargeschäft konzentrieren und von Aktivitäten wie dem Biomasse- und Solarthermiegeschäft trennen. Geplant ist deren Verkauf. Darüber hinaus soll von Januar 2008 an eine Holdingstruktur mit drei eigenständigen Sparten operieren. Die Holding werde sich auf wenige zentrale Funktionen beschränken und von einem dreiköpfigen Vorstand mit Dieter Ammer an der Spitze sowie Pepyn Dinandt (operatives Geschäft) und Jörg Spiekerkötter (Finanzen) geleitet werden.

Im Bereich "Components" werden künftig alle Produktionsbereiche einschließlich der Solarfabrik in Frankfurt/Oder zusammengefasst. Die Sparte "Sales & Systems" bündelt die bisherigen Aktivitäten der Conergy und von SunTechnics. Unter der Bezeichnung "Projects" wird die Tochter Epuron geführt. (mac/dpa)